Klettern in der Sächsischen Schweiz

Die Sächsische Schweiz ist eines der bekanntesten Klettergebiete Deutschlands. Das Gebiet deckt sich räumlich weitgehend mit dem gleichnamigen Naturraum der Sächsischen Schweiz, reicht allerdings weit über das Gebiet des dortigen Nationalparks hinaus. Es erstreckt sich über den westlichen Teil des Elbsandsteingebirges und ist das älteste außeralpine Klettergebiet Deutschlands. Als Geburtsstunde wird meist die erste neuzeitliche Besteigung des Falkensteins im Jahr 1864 durch Bad Schandauer Turner angesehen. Insgesamt sind derzeit über 1.100 Gipfel mit über 17.000 Kletterwegen in der Sächsischen Schweiz zu finden.

Besonderheiten des Kletterns in der Sächsischen Schweiz

Klettern in der Sächsischen Schweiz wird von einigen Besonderheiten geprägt, die in anderen deutschen Klettergebieten nicht oder nur teilweise zu finden sind. Es gilt eine strenge Kletterethik, die in den bereits seit 1913 geltenden Sächsischen Kletterregeln verbindlich niedergelegt ist. Damit sind bei Sicherungsmitteln und anderen Hilfsmitteln Einschränkungen zu beachten.

Beschränkung auf freistehende Klettergipfel

Eine erste Besonderheit ist, dass das Klettern nur an freistehenden Klettergipfeln mit mindestens 10 m Schartenhöhe zugelassen ist, während in anderen Klettergebieten auch Massivwände vielfach genutzt werden. Als historisch entstandene Ausnahme sind drei Massive freigegeben. Fast alle Gipfel sind mit Gipfelbüchern und Abseilösen versehen. Diese wie auch die Sicherungsringe werden durch den Sächsischen Bergsteigerbund (SBB) betreut und gewartet.

Sicherungstechnik

Traditionell sind die Kletterwege nur mit wenigen Sicherungsringen ausgestattet, dies auch nur an den Stellen, an denen keine andere Absicherung möglich ist. Die Sicherungsringe sind ca. 20 cm lange Felshaken, welche in mit Kronenbohrer oder neuerdings auch mit Bohrmaschine erzeugte Löcher geschlagen werden. Riss- oder Lochhaken gelten als unsportlich. Ringe dürfen nur vom Erstbegeher geschlagen werden, dieser muss die Ringe aus der Kletterstellung schlagen. Das „Einbohren“ einer Route von oben, also im Seil hängend, ist untersagt. Über nachträgliche Ringe, etwa wenn bisher vorhandene natürliche Sicherungsmöglichkeiten weggebrochen sind, entscheidet eine Kommission des SBB. In vielen Wegen, auch in höheren Schwierigkeitsgraden, ist der Kletterer damit auf die eigene Absicherung mit Knoten- und Bandschlingen angewiesen. Die Verwendung von anderen Sicherungsmitteln ist untersagt.

„Baustellen“ und Sprünge

Als weitere sächsische „Spezialität“ ist es erlaubt, mittels „Bauens“ schwierige Stellen (so genannte Unterstützungsstellen) zu überwinden. Dabei unterstützen ein oder mehrere Personen den Kletterer beim Hinaufsteigen in Form eines „menschlichen Steigbaums“ oder einer „Räuberleiter“, wobei sich alle an der „Baustelle“ beteiligten Personen an natürlichen Haltepunkten festhalten müssen. Als „ausgiebige Baustellen“ werden dabei Stellen bezeichnet, bei denen mehrstöckige, menschliche Pyramiden (ähnlich den katalanischen Castells) zum Einsatz kommen.

Kletterwege mit Bau- bzw. Unterstützungsstellen werden anhand der normalen Skala eingestuft. Wenn eine von den Erstbegehern genutzte Unterstützungsstelle später frei geklettert wurde, werden für den Weg in der Regel zwei Schwierigkeitsgrade (mit und ohne Unterstützung) vergeben.

Weiterhin gibt es im Sächsischen Klettern auch die Möglichkeit, per „Sprung“ auf einen Gipfel zu gelangen, bspw. direkt vom Massiv oder von einem zum Gipfel gehörenden Vorblock. Ein Sprung zählt auch für sich allein als Kletterweg.

Sächsische Schwierigkeitsskala

Eine weitere Besonderheit ist die Verwendung einer eigenen Schwierigkeitsskala zur Einstufung der Kletterwege, die mit römischen Ziffern geschrieben wird. Ab VII werden die Grade mit a, b und c weiter unterteilt. Die schwierigsten Wege erreichen derzeit den bestätigten Grad XIc. Auch für Sprünge gibt es eine Skala. Sie wird in arabischen Ziffern angegeben und umfasst die Schwierigkeitsgrade 1 bis 4 und seit 2011 auch bis 6. Kletterrouten, die sowohl „normale“ Kletterei als auch Sprünge umfassen, erhalten für beides getrennte Bewertungen, die mit einem Schrägstrich zusammengefasst werden. Ein Beispiel ist der Alte Weg auf den Fritschfels am Pfaffenstein, der mit 2/II eingestuft ist.

Auszug aus Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Klettergebiet_S%C3%A4chsische_Schweiz)

Vollständige Fassung der Sächsischen Kletterregeln Stand 1. September 2009

1.         Geltungsbereich
Die Sächsischen Kletterregeln gelten für das Klettern an den Sandsteinfelsen in Sachsen: Sächsische Schweiz, Zittauer Gebirge und Dippoldiswalder Heide. Jeder Kletterer ist verpflichtet, die Regeln einzuhalten, und berechtigt, Regelverstöße zu unterbinden. Klettereien unter Verletzung der Regeln sind abzubrechen; solche Begehungen werden nicht anerkannt.

2.         Kletterregeln
2.1       Allgemeine Grundsätze
Das Klettern in den Sandsteinklettergebieten Sachsens beruht seit 1910 auf dem Grundsatz des „freien Kletterns“ ohne Verwendung künstlicher Hilfsmittel.
Ein Kletterweg oder eine Kletterstelle sind nur dann in freier Kletterei überwunden, wenn Seil, Seilschlingen, Karabiner und Ringe ausschließlich zur Sicherung benutzt werden. Die Fortbewegung des Kletterers am Fels darf nur mit eigener Körperkraft an natürlichen Haltepunkten erfolgen.
Der sportliche Wert einer Kletterei wird vor allem durch einen sauberen Kletterstil gekennzeichnet, der sich ohne vorheriges Einüben durch Überlegung, Sicherheit und einen wenig unterbrochenen Bewegungsfluss auszeichnet. Anzustreben ist ein Klettern über die weitest mögliche Strecke ohne Ausruhen und ohne Nachholen sowie Überklettern von Unterstützungsstellen bei optimaler Nutzung der vorhandenen Sicherungsmöglichkeiten.

2.2       Sicherungs- und Hilfsmittel
Als Sicherungsmittel dürfen Seil, Seilschlingen, Karabiner, Ringe, Nachholschäfte und Abseilösen benutzt werden.
Die Verwendung von Klemmkeilen und -geräten jeder Art ist verboten.
Das Anbringen von Ringen ist nur bei Erstbegehungen erlaubt, das von nachträglich zu installierenden Ringen wird in Punkt 3.7 geregelt.
Die Verwendung von künstlichen Hilfsmitteln, durch die der Kletterer bei der Fortbewegung unterstützt wird, ist verboten. Dazu gehören
-     das Benutzen aller Sicherungsmittel als Griff oder Tritt;
-     das Anbringen und Verwenden von künstlichen Haltepunkten;
-     das Benutzen von Leitern, Bäumen, herbeigeschafften Blöcken, Baumstämmen u. ä.;
-     Seilwurf und Seilzug.
Der Gebrauch von chemischen und mineralischen Stoffen, die zur Erhöhung der Reibung am Felsen dienen sollen (z. B. Magnesia), ist verboten.
Jede vorsätzliche oder grob fahrlässige Veränderung der festen Felsoberfläche, die eine Besteigung ermöglicht, erleichtert oder erschwert, ist verboten. Das gilt auch für Veränderungen, die vorgenommen werden, um Sicherungsmittel überhaupt oder besser anbringen zu können.
Eine Ausnahme bildet das Anbringen der Löcher für Ringe.
Das Entfernen von brüchigen Felsteilen oder Lockermassen ist nur gestattet, wenn diese eine Gefährdung des
Kletterers darstellen. Dazu dürfen Teile der Kletterausrüstung benutzt werden.

2.3       Anwendung des Seils
Das Seil dient – mit Ausnahme des Abseilens oder beim Rückzug – ausschließlich zur Sicherung. Alle Formen der Seilanwendung, durch die der Vorsteiger bei der Fortbewegung unterstützt wird, sind nicht zulässig. Wird ein Kletterweg ganz oder teilweise mit Sicherung von oben durchstiegen, gilt dies nicht als vollwertige Begehung.
Beim Klettern, Sichern und anderer Seilbenutzung muss darauf geachtet werden, dass die Felsoberfläche nicht beschädigt wird. Diesem Grundsatz muss sich der Kletterer unterordnen und entsprechend seinen Aufstieg und das Sichern der Seilgefährten den örtlichen Gegebenheiten anpassen.
Kletterrouten dürfen nicht on sight (o.s.), Rotpunkt (RP), Toprope (TR) usw. durchstiegen werden, wenn dabei durch Seilreibung der Fels beschädigt werden kann.

2.4       Anwendung der Seilschlingen
Zur Sicherung des Kletterers können im Bereich des Kletterweges Seilschlingen gelegt werden. Diese müssen unmittelbar am Fels oder an anderen natürlichen Haltepunkten befestigt werden. Das Legen von Seilschlingen muss stets aus der Kletterstellung erfolgen. Dabei darf ein Stab aus Holz oder Kunststoff benutzt werden. Beim Legen und Entfernen von Seilschlingen dürfen der Fels und Pflanzen nicht beschädigt werden. Wird in einer Schlinge geruht oder nachgeholt, ist die Kletterei in der Stellung wieder aufzunehmen, in der sie unterbrochen wurde, das heißt: an den zuletzt benutzten Griffen und Tritten.
Die Seilschlingen sind nach Beendigung der Kletterei vollständig zu entfernen.

2.5       Benutzung der Ringe
Ringe dienen zur Sicherung des Kletterers. Sie dürfen nicht zur Unterstützung der Kletterbewegung benutzt werden.
Die Verwendung von Hilfsmitteln, die zum Einhängen des Seils in den Ring dienen, gilt als unsportlich. Wird die Kletterei am Ring unterbrochen, ist sie beim Weitersteigen in der Kletterstellung aufzunehmen, in der sie unterbrochen wurde.
Ringe von benachbarten oder kreuzenden Wegen dürfen benutzt werden, wenn damit keine wesentliche Abweichung vom Wegverlauf verbunden ist.

2.6       Unbefugtes Entfernen von Ringen und anderen Sicherungseinrichtungen
Ringe oder andere Sicherungseinrichtungen dürfen nicht ohne Beschluss der zuständigen Fachkommission entfernt oder versetzt werden.

2.7       Schwebesicherung und Abzug
Schwebesicherung darf nicht der Sicherung eines Nachsteigers gleichkommen und keine Unterstützung des Kletterers durch Seilzug, auch nicht in Verbindung mit einem Abzug, ermöglichen. Der Fixpunkt der Schwe- besicherung soll sich so hinter dem Kletterer befinden, dass dieser sich bei einem Sturz von der Wand ent- fernt.
Bei Anwendung einer Abzugssicherung muss sich der Fixpunkt der Sicherung unterhalb des Kletterers befinden.

2.8       Unterstützungsstellen
Die Teilnehmer einer oder mehrerer Seilschaften dürfen sich gegenseitig unterstützen, wenn sie sich dabei wie bei der Kletterbewegung verhalten. Sie dürfen nur durch eine lose hängende Selbstsicherung mit dem Ring oder der Sicherungsschlinge verbunden sein oder durch weitere Kletterer gesichert werden. Das gilt auch für Probeversuche. Nachsteiger haben das Recht, die Unterstützungsstelle mit Seilhilfe zu überwinden. Die Teilnehmer müssen die Kletterstelle durch Klettern über den Wegverlauf erreicht haben. Es ist nicht erforderlich, dass sie an der weiteren Begehung teilnehmen.
Unterstützungsstellen sind im Kletterführer angegeben. Unterstützung an anderen Stellen mindert den sportlichen Wert der Begehung.

2.9       Unterbrechung oder Abbruch einer Begehung
Geht der Vorsteiger im Wegverlauf zurück, muss er diese Strecke beim nächsten Versuch wieder sportlich einwandfrei durchsteigen. Bereits gelegte Seilschlingen dürfen dabei zur Sicherung benutzt werden.
Nach einem Sturz darf bis zum obersten noch vorhandenen Sicherungspunkt gehangelt werden.
Wird die Kletterei abgebrochen, so ist bei Wiederaufnahme die gesamte Route von neuem zu durchsteigen. Im bereits absolvierten Wegverlauf verbliebene Schlingen dürfen wieder verwendet werden.

2.10    Unfälle und Hilfeleistungen
Bei Klettereien, die zur Bergung von Verunfallten oder zur Hilfeleistung bei Unfällen durchgeführt werden, ist die Einhaltung der vorstehenden Punkte nicht erforderlich. Diese Klettereien gelten dann nicht als sportliche Begehungen; Beschädigungen der Felsoberfläche sind zu vermeiden bzw. zu sanieren.

2.11    Gipfelbucheintragungen
Zur Eintragung in das Gipfelbuch berechtigen nur entsprechend der Sächsischen Kletterregeln durchgeführte
Begehungen. Von jedem Kletterer wird eine wahrheitsgetreue Gipfelbucheintragung erwartet. Es sind einzutragen:
-     Datum;
-     Name der Kletterroute;
-     Vor- und Familiennamen aller Beteiligten in der Reihenfolge am Seil, bei Wechselführung mit einem
„und“ verbunden;
-     Schwebesicherung und/oder Abzug;
-     Sicherung von unten, wenn kein Nachsteiger den Gipfel erreicht;
-     Selbstsicherung;
-     Sicherung von oben;
-     Benutzung von Ringen anderer Kletterrouten, wenn diese nicht in der Wegbeschreibung genannt sind;
-     Anwendung von Unterstützung, wenn diese nicht in der Wegbeschreibung angeführt ist;
-     Benutzung von Ruheschlingen. Weiterhin können eingetragen werden:
-     Sportverein, Sektion und Klub;
-     Begehungen ohne Unterstützung (o. U.);
-     Kletterstil (RP usw.).
Die Begehungen von Wegen werden gewöhnlich bis zur 100. Begehung gezählt. Varianten werden gesondert gezählt.
Anonyme Zusatzbemerkungen zu fremden Eintragungen, Streichungen sowie unsachliche Eintragungen sind unsportlich, überflüssig und zu unterlassen.
Dieser Punkt gilt auch für Wandbücher an Massivwänden.
3.         Erstbegehungen
3.1       Recht auf neue Aufstiege
Jeder Kletterer hat das Recht, neue Aufstiege durchzuführen. Ein Anspruch ist dann erworben, wenn bei einem Versuch das Vorhaben kenntlich gemacht und der Versuch gemeldet wurde.
Als Kennzeichen gilt ein angebrachter notwendiger Ring, der mit einer wetterfesten Schnur zu versehen ist, oder eine sichtbar gelegte Seilschlinge nach einem wesentlichen Abschnitt des geplanten Aufstiegs. Diese Kennzeichen dürfen von anderen Kletterern nicht entfernt werden.
Das Anrecht besteht 3 Jahre nach dem ersten Versuch. Danach darf jeder Kletterer den angefangenen Aufstieg fortführen.
An bereits begonnenen Aufstiegen beträgt die Anrechtsfrist nur noch ein Jahr. Das Anrecht gilt nur dann, wenn bei dem Versuch ein wesentlich neuer Abschnitt des geplanten Aufstiegs durchstiegen und gekennzeichnet wurde.
Es ist nicht zulässig, von anderen Kletterern begonnene Aufstiege ohne deren Einverständnis weiterzuführen oder in den vorgesehenen Wegverlauf von anderer Stelle hineinzugelangen, solange ein Anrecht besteht. Bei derart unsportlichem Verhalten wird die Erstbegehung nicht anerkannt.
Bei Regelverletzungen während eines Versuchs verliert der Kletterer sein Anrecht.

3.2       Meldung von Versuchen
Angefangene Erstbegehungen sind unmittelbar danach, spätestens innerhalb von 4 Wochen, schriftlich an die zuständige Fachkommission (FK) zu melden. Gleiches gilt auch für die Weiterführung bereits begonnener Erstbegehungen unter Beachtung der vorstehenden Regelungen.
Folgende Angaben sind erforderlich:
Klettergebiet, Kletterfelsen, geplanter Wegverlauf mit Angabe des höchsten erreichten Punktes und der angebrachten Ringe, Kennzeichnung des Versuchs, Name und Anschrift, ggf. Sportverein bzw. Klub des Kletterers, Datum des ersten Versuchs.
Die Angaben werden bei der zuständigen Fachkommission gespeichert. Es ist zweckmäßig, vor Durchführung einer Erstbegehung bei der FK anzufragen, ob der Aufstieg bereits durchgeführt wurde oder ein gültiges Anrecht darauf besteht.

3.3       Erkundung
Bei der Erkundung eines neuen Aufstiegs darf nicht über diesen abgeseilt werden (Ausnahme: Abseilwand). Ebenso unerlaubt sind Einsteigen mit Sicherung von oben, Teilnahme an sportlich nicht einwandfreien Versuchen oder Begehungen des geplanten Aufstiegs.

3.4       Verhalten bei Erstbegehungen
Allgemein gelten die Sächsischen Kletterregeln auch bei Erstbegehungen. Die Durchführung hat bei jedem Versuch vom Einstieg aus zu erfolgen. Erstbegehungen, auch von Varianten, sind generell bis zum Gipfel durchzuführen.
Bei neuen Wegen oder Varianten dürfen andere Kletterrouten weder in ihrem historisch vorgegebenen Verlauf noch in ihrem Charakter beeinträchtigt werden. Wege sollen sich am natürlichen Verlauf der Felsstruktur (kletterbare Linie) ausrichten. Großzügigkeit ist eine unverzichtbare Eigenschaft, besonders bei Varianten. Der seitliche Wegabstand soll 3 m nach beiden Seiten nicht unterschreiten. Bei vorübergehender Annäherung an einen bestehenden Weg ist auf eigene Ringe zu verzichten.
Neue Wege sollen wenigstens zur Hälfte Neuland erschließen. Markante Sockel oder Gipfelaufbauten werden dabei separat bewertet. Logische Varianten, die diese Bedingung nicht erfüllen, können bei der zuständigen Fachkommission beantragt werden. Kombinationen aus Teilen bereits vorhandener Aufstiege, vor allem in Verbindung mit Quergängen, finden als Erstbegehung keine Anerkennung.
Unbedeutende Wegabweichungen werden nicht als Erstbegehung anerkannt, können jedoch im Kletterführer erwähnt werden.
Der Erstbegeher hat für ausreichende Sicherung des neuen Aufstiegs zu sorgen. Sind keine genügenden natürlichen Sicherungsmöglichkeiten vorhanden, ist das Anbringen eines Ringes, besonders an notwendigen Nachholestellen, geboten. Der Ort des Ringes muss vom Einstieg über den Aufstiegsweg erreicht werden. Ein vorheriges Anbringen von Ringen, z. B. durch Abseilen, Hineinqueren oder mit Sicherung von oben, ist nicht zulässig.
Ringe von anderen angefangenen Routen dürfen nur nach Rücksprache mit dem Erstbegeher benutzt werden. Jede durchgeführte Erstbegehung ist im Gipfelbuch durch vollständigen Eintrag mit Wegbeschreibung und Schwierigkeitsgrad zu dokumentieren.

3.5       Anbringen von Ringen
Beim Anbringen von Ringen darf vom Erstbegeher eine entsprechend den Regeln gelegte Seilschlinge oder ein Skyhook als Haltepunkt benutzt werden. Ebenso darf der zum Anbringen des Ringlochs benutzte Bohrer als Haltepunkt dienen. Andere künstliche Haltepunkte, wie Klemmkeile und -geräte, Haken und Seilgeländer, sind beim Ringschlagen nicht erlaubt. Wird ein Ring mit Unterstützung angebracht, müssen sich alle Beteiligten regelgerecht verhalten.
Jeder Ring ist so anzubringen, dass ein einwandfreies Erreichen und Einhängen aus der Kletterstellung möglich ist.
Ringe sind so anzuordnen, dass unter Berücksichtigung aller Umstände mit geringster Ringanzahl und größtmöglichem Ringabstand eine ausreichende Sicherung erreicht wird.
Der Abstand zwischen zwei Ringen einer Route darf 3 Meter nicht unterschreiten. Ausnahmen sind in begründeten Fällen möglich (z. B. Aufschlaggefahr). In solchen Fällen ist die Begehung vor dem Setzen des Ringes abzubrechen und erst nach der Genehmigung durch die zuständige Fachkommission fortzusetzen. Empfohlen werden jedoch Ringabstände von mindestens 5 Metern.
Der Abstand von 3 Metern ist auch zu Ringen anderer Aufstiege einzuhalten, wenn die Erstbegehung in diese einmündet, von ihnen abzweigt oder diese kreuzt. Wird bei einer Erstbegehung ein vorhandener Aufstieg benutzt oder gekreuzt, dürfen in ihm keine Ringveränderungen vorgenommen werden. Nur beim Abzweig der Erstbegehung darf nach vorheriger Genehmigung durch die zuständige Fachkommission unter Beachtung des Ringabstandes ein zusätzlicher Ring geschlagen werden, wenn damit der Charakter des vorhandenen Aufstiegs nicht verändert wird.
Es dürfen nur Ringe verwendet werden, die in ihrer Festigkeit und ihren Abmessungen den Normen der Klettertechnischen Abteilung (KTA) des SBB entsprechen.
Konnte ein Ring nur provisorisch angebracht oder nicht ordnungsgemäß befestigt werden, ist das im Gipfelbuch zu vermerken und der Mangel umgehend zu beheben. Dazu darf der Ring nach Vollendung der Erstbegehung durch Abseilen oder mit Sicherung von oben erreicht und der alte Ring als Haltepunkt benutzt wer- den. Gleiches gilt, wenn die Erstbegehung am Bohrer gesichert wurde.
Ringlöcher, in die kein Ring geschlagen wurde, und Löcher ausgewechselter Ringe sind sofort ordnungsgemäß zu verschließen.

3.6       Ringveränderungen an unvollendeten  Aufstiegen
Die Erstbegehung ist an den gemäß Punkt 3.5 geschlagenen Ringen durchzuführen. Ringveränderungen vor Beendigung der Erstbegehung sind nur zulässig, wenn
-     vom vorgesehenen Wegverlauf abgewichen wird. In diesem Fall darf der letzte im benutzten Wegteil befindliche Ring entfernt oder versetzt werden;
-     nach Ablauf der Anrechtsfrist ein anderer Kletterer den Aufstieg fortsetzt. In diesem Fall dürfen die vorhandenen Ringe entsprechend Punkt 3.5 versetzt oder entfernt werden.
Bei solchen Ringveränderungen darf der zu entfernende oder zu versetzende Ring nicht benutzt werden. Beim Versetzen ist der neue Ring zusätzlich zu schlagen. Nach Anbringen des neuen Ringes ist der alte Ring zu entfernen und das Loch zu verschließen.
Ringe von Versuchen anderer Kletterer, die nicht mehr brauchbar sind, müssen sofort ausgewechselt werden. Dabei darf der alte Ring als Haltepunkt benutzt werden.
In allen anderen Fällen von Ringveränderungen ist die vorherige Zustimmung der zuständigen Fachkommission erforderlich.

3.7       Nachträgliches Anbringen von Ringen
Der Erstbegeher hat das Recht, innerhalb einer Frist von 4 Wochen in seiner Erstbegehung nachträglich Ringe anzubringen. Ort und Abstand müssen den im Punkt 3.5 festgelegten Kriterien entsprechen. Genügen die vorhandenen Ringe nach Ablauf der Frist nicht den Sicherheitskriterien, kann die zuständige Fachkommission nach Absprache mit dem Erstbegeher Ort und Anzahl nachträglicher Ringe festlegen und ihn mit dem Anbringen der Ringe beauftragen.
Über Anträge zum Anbringen nachträglicher Ringe in bereits vorhandene Aufstiege oder zum Versetzen von
Ringen entscheidet nach gründlicher Prüfung die zuständige Fachkommission.

3.8       Meldung von Erstbegehungen
Durchgeführte Erstbegehungen sind innerhalb von 4 Wochen in schriftlicher Form an die zuständige Fachkommission zu melden. Die Meldung hat zu enthalten:
-     Klettergebiet;
-     Kletterfelsen;
-     Name der neuen Kletterroute;
-     Schwierigkeitsgrad (entweder af oder af und RP);
-     Vor- und Zunamen aller Teilnehmer in Seilschaftsreihenfolge bei Erreichen des Gipfels; bei geteilter Führung die Vorsteiger durch “und” verbunden;
-     Art der Sicherung (z. B. von unten gesichert, Selbstsicherung, Schwebe- und/oder Abzugssicherung, Sicherung vom Nachbargipfel bzw. vom Massiv)
-     Anschrift, Sportverein und Klub des Vorsteigers bzw. der Vorsteiger;
-     Datum;
-     exakte und vollständige Wegbeschreibung mit Toposkizze des Anstiegs;
-     sämtliche Ringabstände im Grenzbereich (3 Meter);
-     Ringveränderungen entsprechend Punkt 3.6.
Mit seiner Unterschrift bestätigt der Erstbegeher die Durchführung entsprechend den Sächsischen Kletterregeln.
Kann eine Erstbegehung am Tag ihrer Durchführung durch widrige Umstände (z. B. einsetzender Regen, Einbruch der Dunkelheit) nicht mehr im Gipfelbuch eingetragen werden, ist der Eintrag umgehend nachzuholen, spätestens jedoch innerhalb von 2 Wochen.
Werden Erstbegehungen nicht ins Gipfelbuch eingetragen oder fristgemäß nachgetragen und nicht bei der zuständigen Fachkommission gemeldet, gelten sie als nicht durchgeführt.
Der Erstbegeher schlägt den Namen der neuen Kletterroute vor.

3.9       Überprüfung und Bewertung von Erstbegehungen
Die Überprüfung einer Erstbegehung erfolgt durch die zuständige Fachkommission. Anerkannte Erstbegehungen werden im Kletterführer oder anderen geeigneten Publikationen veröffentlicht.
Bestehen Zweifel an der regelgerechten Durchführung einer Erstbegehung, ist der Erstbegeher zu zusätzli- chen Angaben verpflichtet. Dies geschieht schriftlich oder durch Befragung während der Beratung der zuständigen Fachkommission.
Wird ein neuer Aufstieg nicht anerkannt, ist von der zuständigen Fachkommission festzulegen, ob die geschlagenen Ringe durch den Erstbegeher entfernt werden müssen.
Der Erstbegeher hat das Recht, gegen Entscheidungen der zuständigen Fachkommission einen begründeten Einspruch innerhalb von 4 Wochen nach Bekanntwerden der Ablehnung schriftlich einzureichen.

3.10    Erstbegehungsverbote
Die zuständige Fachkommission hat das Recht, Klettergipfel oder Teile davon für die Durchführung weiterer Erstbegehungen zu sperren. Sind an diesen Felsen doch Erstbegehungen beabsichtigt, müssen sie vor Beginn der Durchführung der zuständigen Fachkommission zur Genehmigung vorgelegt werden.

4.         Verhalten in Klettergebieten
4.1       Die Bestimmungen des Natur- und Landschaftsschutzes sind als Grundregeln zu beachten und einzuhalten.
Hierzu zählen:
-     Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz);
-     Sächsisches Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Sächsisches Naturschutzgesetz);
-     Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft über die Nationalparkregion Sächsische Schweiz (NLPR-VO)
-     Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Pfaffenstein“;
-     Waldgesetz für den Freistaat Sachsen (SächsWaldG);
-     Verordnung zum Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten (Bundesartenschutzverordnung);
-     EU-Vogelschutzrichtlinie.

4.2       Zugänge, Rast- und Biwakplätze
Als Zugänge zu den Kletterfelsen sind die im Kletterführer enthaltenen bzw. im Gelände ausgewiesenen Wege, Bergpfade und Kletterzugänge zu benutzen. An allen Rast- und Biwakplätzen und besonders in der Umgebung der Kletterfelsen ist auf Sauberkeit und Ordnung zu achten. Abfälle jeder Art müssen wieder mit zurückgenommen werden.

4.3       Verhalten beim Klettern
Beim Klettern soll die Natur so gering wie möglich beeinflusst werden. Lautes Rufen ist möglichst zu unterlassen.
Das Klettern mit Schuhen, die harte, sandsteinschädigende Sohlen haben, ist verboten.
Das Klettern an nassem und feuchtem Fels ist bei allen Kletterrouten zu unterlassen, in denen gesteinsbedingt die Gefahr der Beschädigung der Felsoberfläche und des Ausbrechens von Griffen und Tritten besteht. Toprope sollte grundsätzlich auf künstliche Kletterwände und Klettergärten beschränkt bleiben und in den Sandsteinklettergebieten eine Ausnahme darstellen. Sollte Toprope gestiegen werden, muss der Kletternde den Schwierigkeiten gewachsen sein, um Griff- und Trittausbrüche zu vermeiden und die Felsoberfläche zu erhalten. Die Anzahl der Toprope-Kletternden muss auf ein Minimum beschränkt bleiben. Langes Blockieren der Kletterrouten ist zu vermeiden. Anderen Kletterern, die die Route vorsteigen wollen, ist Vorrang zu ge- währen. Abseilösen dürfen nicht zur Toprope-Sicherung verwendet werden.

4.4       Klettern im Nationalpark Sächsische Schweiz, in Landschafts- und Naturschutzgebieten
Im Nationalpark Sächsische Schweiz ist das Klettern nur an den von der Nationalparkverwaltung bestätigten
Kletterfelsen und Kletterrouten zugelassen.
In Landschaftsschutzgebieten (LSG) und in Naturschutzgebieten (NSG) ist das Klettern nur an den von den zuständigen Naturschutzbehörden bestätigten Kletterfelsen gestattet.

4.5       Kletterverbote
Ständige oder zeitweilige Kletterverbote, die von der zuständigen Naturschutzbehörde oder dem zuständigen Staatsforstamt erlassen, durch Veröffentlichung bekannt gemacht oder im Gelände kenntlich gemacht wurden, sind unbedingt einzuhalten.

5.         Kletterziele
5.1       Klettergipfel
Klettergipfel sind freistehende Felsen, die nur durch Kletterei oder durch Überfall, Übertritt oder Sprung von benachbarten Felsen zu ersteigen, durch die zuständige Fachkommission anerkannt und durch die zuständige Naturschutzbehörde bestätigt sind.
Neubesteigungen bedürfen der vorherigen Zustimmung der zuständigen Fachkommission und der zuständigen
Naturschutzbehörde.
Die Begrenzung des Kletterbereichs an Gipfeln und Sockeln kann gekennzeichnet werden.

5.2       Massivwände
In der Sächsischen Schweiz gelten Massivwände nicht als Kletterziele. Klettern an Massivwänden ist verboten. Ausnahmen sind:
-     Lilienstein-Westecke
-     Königstein, „Abratzkykamin“
-     Großer Zschirnstein, „Südwand“

5.3       Übungsgebiete
Für Ausbildung und Training werden besondere Übungsgebiete oder -wände an Massiven oder in Steinbrüchen durch die zuständige Fachkommission festgelegt und durch die zuständige Naturschutzbehörde bestätigt. In der Sächsischen Schweiz bestehen das Übungsgebiet Rauenstein sowie die Klettergärten Pirna-
Cunnersdorf und Liebethaler Grund. Für den Betrieb in den Klettergärten gelten abweichende Regeln.
Das Üben künstlicher Kletterei und das Anwenden alpiner Sicherungsmittel, wie Haken, Trittleitern u. a. ist an allen Felsen der sächsischen Sandsteingebiete verboten.

strong>5.4       Kletterwege und Varianten
Als Kletterwege gelten Aufstiege an Klettergipfeln und Massiven, die über den größeren Teil ihrer Länge selbständig sind und in genügendem Abstand von benachbarten Aufstiegen verlaufen.
Varianten sind Abweichungen von bereits durchstiegenen Kletterwegen, meist von geringer Länge.

5.5       Schwierigkeitsgrade
Der Schwierigkeitsgrad eines Kletterweges gibt den zur Durchsteigung erforderlichen Aufwand an klettertechnischem Können und Kraft unter normalen Bedingungen an. Er wird nach der schwierigsten Stelle bzw. nach der Häufigkeit schwieriger Stellen festgelegt. Bei Varianten wird der Gesamtaufstieg bewertet.
Die Schwierigkeitsgrade sind gegeneinander nicht scharf abgegrenzt und stellen Erfahrungswerte dar. Hinweise auf besondere Anforderungen an den Kletterer können durch Zusätze zum Schwierigkeitsgrad (anstrengend, brüchig, ungenügend gesichert u. a.) angegeben werden.

Sächsische Skala
Die Sächsische Skala beginnt mit dem Schwierigkeitsgrad I und ist nach oben offen. Die Schwierigkeitsgrade ab VII sind durch Zusatz der Buchstaben a, b und c nochmals unterteilt, wodurch eine weitere Gliederung von niederer zu höherer Schwierigkeit erreicht wird.

Sprungskala
Diese Skala wird für die Bewertung von Sprüngen benutzt. Sie umfasst die Schwierigkeitsgrade 1 bis 4.
Der Schwierigkeitsgrad eines Sprunges bewertet Ab- und Aufsprungbeschaffenheit, Sprungbahn und -weite. Die Schwierigkeit vor oder nach dem Sprung zu durchsteigender Wegteile nach der Sächsischen Skala wird zusätzlich angegeben.

6.        Schlussbestimmungen
Diese Fassung der Sächsischen Kletterregeln wurde von einer Arbeitsgruppe des Sächsischen Bergsteigerbundes e. V. erarbeitet und mit den Sektionen Dresden, Zittau, der Akademischen Sektion Dresden des Deutschen Alpenvereins e. V., dem Sächsischen Wandersport- und Bergsteigerverband e. V. und dem Touristenverein „Die Naturfreunde“ LV Sachsen e. V. abgestimmt.
Diese Fassung ersetzt die „Sächsischen Kletterregeln“ in der Fassung vom April 2001 und ist ab 1. September 2009 gültig.
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Wehlener Gebiet
 
  • Tümpelgrundwächter
15.02. – 01.04.
Brandgebiet
 
  • Ameise
15.02. – 01.04.
 
  • Ameisenwand
15.02. – 01.04.
 
  • Silvesterturm
15.02. – 15.07.
 
  • Tiefblickspitze
15.02. – 15.07.
 
  • Berg-Frei-Turm
15.02. – 15.07.
 
  • Schinderkopf
15.02. – 15.07.
Schrammsteine
 
  • Neptun
15.01. – 15.08.
 
  • Kladderadatsch
15.01. – 15.08.
 
  • Kirnitzschwand
15.01. – 15.08.
 
  • Kirnitzschturm
15.01. – 15.08.
Wehlener Gebiet
 
  • Tümpelgrundwächter
15.02. – 01.04.
Schmilkaer Gebiet
 
  • Wurzelwarte
15.02. – 15.07.
 
  • Hennefels
15.02. – 15.07.
 
  • Coschrylenturm
15.02. – 15.07.
 
  • Sommerturm
15.02. – 15.07.
 
  • Winterturm
15.02. – 15.07.
Affensteine
 
  • Klosterwächter
15.02. – 01.04.
 
  • Rollenturm
15.02. – 15.07.
 
  • Siegfried
15.02. – 01.04.
Großer Zschand
 
  • Goldsteigwächter
15.02. – 01.04.
 
  • Meilerstein
15.02. – 01.04.
 
  • Waldgeist
15.02. – 01.04.
 
  • Goldsteighorn
15.02. – 01.04.
 
  • Richterschluchtkopf
15.02. – 01.04.
 
  • Richterschluchtkegel
15.02. – 01.04.
 
  • Richterschluchtturm
15.02. – 01.04.
 
  • Grottenwächter
15.02. – 15.07.
 
  • Grenzwand
15.02. – 15.07.
 
  • Schwarze Zinne
15.02. – 01.04.
 
  • Spätes Horn
15.02. – 15.07.
 
  • Bergfreundschaftskegel
15.02. – 15.07.
 
  • Auerhahnwand
15.02. – 15.07.
 
  • Christelschluchtnadel
15.02. – 01.04.
 
  • Zeichengrundspitze
15.02. – 01.04.
 
  • Zeichengrundturm
15.02. – 01.04.
 
  • Unterer Hickelturm
15.02. – 01.04.
 
  • Vorderer Hickelturm
15.02. – 01.04.
 
  • Langes Horn
15.02. – 01.04.
 
  • Hinterer Hickelturm
15.02. – 01.04.
Wildensteiner Gebiet
 
  • Hausbergwächter
15.01. – 15.04.
 
  • Großsteinnadel
15.01. – 15.08.
 
  • Eremit
15.01. – 15.08.
 

Klettern und ...

7834_89x139Klettern - das bedeutet, die Schwerkraft zu überwinden, in der Senkrechten unterwegs zu sein und seine eigenen Grenzen kennen zu lernen. Dem Deutschen Alpenverein ist es ein großes Anliegen, durch fachkundige Ausbildung und Information dabei die Sicherheit der Kletterer zu erhöhen.

Deshalb hat der DAV die Aktion "Sicher klettern" ins Leben gerufen - als wichtigen Beitrag zur Unfallvorbeugung. Bausteine der Aktion sind seit 2005 bereits die Leistungsabzeichen "Kletterschein Toprope" und "Kletterschein Vorstieg".

Die Sektion Dresden wünscht allzeit erlebnisreiches und erfolgreiches Klettern!

Die wichtigste Voraussetzung beim Klettern ist es, sich korrekt anzuseilen und die Sicherungstechnik richtig zu beherrschen. Kletterer und Sicherer tragen beide eine große Verantwortung: Der Eine muss im Falle eines Sturzes den Kletternden halten und einen Absturz verhindern, der Andere muss in der Wand alles richtig machen.

Deshalb Partnercheck!

Die wichtigste Voraussetzung beim Klettern ist es, sich korrekt anzuseilen und die Sicherungstechnik richtig zu beherrschen. Kletterer und Sicherer tragen beide eine große Verantwortung: Der Eine muss im Falle eines Sturzes den Kletternden halten und einen Absturz verhindern, der Andere muss in der Wand alles richtig machen.

Bevor man in die Kletterroute einsteigt, sollte man unbedingt einen gegenseitigen Partnercheck durchführen! „Gurtverschluss und Anseilknoten prüfen, dann das Sicherungsgerät korrekt in Bereitschaft bringen und das Seilende absichern."

Eine Untersuchung schwerer Unfälle der DAV Sicherheitsforschung zeigt: Wird der Partnercheck konsequent und gewissenhaft vor dem Losklettern durchgeführt, sinkt das Risiko einen Unfall zu erleiden deutlich. Leider wird der vierstufige Check oft schlichtweg vergessen.


Die 4 Punkte des Partnerchecks vor dem Losklettern

  • Gurtverschlüsse kontrollieren
  • Anseilpunkt und Anseilknoten checken
  • Karabiner und Sicherungsgerät prüfen
  • Seilende absichern
partnercheck

Hinweis:

Beim Felsklettern ist zusätzlich noch zu"checken", ob das Tragen eines Helmes angebracht ist. Bei losem Fels, weiten Haken-abständen, langen Quergängen oder auch bei starkem Betrieb in dicht nebeneinander liegenden Routen und auch für Anfänger ohne Sturzerfahrung ist der Helm sehr empfehlenswert.

Hier gibts es eine kleine Auswahl an Knoten, die beim Klettern Verwendung finden.

Folgende Affenfaust (im sächsischen, Kinderkopf) wurde bei http://www.klabautermann.de/ gefunden.

affenf

 

Sächsische Kletterregeln

1. Geltungsbereich

Die Sächsischen Kletterregeln gelten für das Klettern an den Sandsteinfelsen in der Sächsischen
Schweiz, im Zittauer Gebirge und in der Dippoldiswalder Heide.

Jeder Kletterer ist verpflichtet, die Regeln einzuhalten und deren Einhaltung durch andere einzufordern. Klettereien unter Verletzung der Regeln sind abzubrechen; solche Begehungen werden nicht anerkannt.

2. Kletterregeln

2.1 Allgemeine Grundsätze

Das Klettern in den Sandsteinklettergebieten Sachsens beruht seit 1910 auf dem Grundsatz des
„freien Kletterns“ ohne Verwendung künstlicher Hilfsmittel.

Ein Kletterweg oder eine Kletterstelle sind nur dann in freier Kletterei überwunden, wenn Seil, Seilschlingen, Karabiner und Ringe ausschließlich zur Sicherung benutzt werden. Die Fortbewegung des Kletterers am Fels darf nur mit eigener Körperkraft an natürlichen Haltepunkten erfolgen.

Der sportliche Wert einer Kletterei wird vor allem durch einen sauberen Kletterstil gekennzeichnet, der sich ohne vorheriges Einüben durch Überlegung, Sicherheit und einen wenig unterbrochenen Bewegungsfluss auszeichnet. Anzustreben ist ein Klettern über die weitest mögliche Strecke ohne Ausruhen und ohne Nachholen sowie Überklettern von Unterstützungsstellen bei optimaler Nutzung der vorhandenen Sicherungsmöglichkeiten.

2.2 Sicherungs- und Hilfsmittel

Als Sicherungsmittel dürfen Seil, Seilschlingen, Karabiner, Ringe, Nachholeschäfte und Abseil-ösen benutzt werden.

Das Anbringen von Ringen ist nur bei Erstbegehungen erlaubt, das von nachträglich zu installierenden Ringen wird in Punkt 3.7 geregelt.

Die Verwendung von Klemmkeilen und -geräten ist nur dann zulässig, wenn sie vollständig aus herkömmlichem textilem Schlingenmaterial bestehen.

Die Verwendung von künstlichen Hilfsmitteln, durch die der Kletterer bei der Fortbewegung unterstützt wird, ist verboten. Dazu gehören

  • das Benutzen aller Sicherungsmittel als Griff oder Tritt;
  • das Anbringen und Verwenden von künstlichen Haltepunkten;
  • das Benutzen von Leitern, Bäumen, herbeigeschafften Blöcken, Baumstämmen u. ä.;
  • Seilwurf und Seilzug.
Der Gebrauch von chemischen und mineralischen Stoffen, die zur Erhöhung der Reibung am Felsen dienen sollen (z. B. Magnesia), ist verboten.

Jede vorsätzliche oder grob fahrlässige Veränderung der festen Felsoberfläche, die eine Besteigung ermöglicht, erleichtert oder erschwert, ist verboten. Das gilt auch für Veränderungen, die

vorgenommen werden, um Sicherungsmittel überhaupt oder besser anbringen zu können. Eine
Ausnahme bildet das Anbringen der Löcher für Ringe.

Das Entfernen von brüchigen Felsteilen oder Lockermassen ist nur gestattet, wenn diese eine
Gefährdung des Kletterers darstellen. Dazu dürfen Teile der Kletterausrüstung benutzt werden.

2.3 Anwendung des Seils

Das Seil dient – mit Ausnahme des Abseilens oder beim Rückzug – ausschließlich zur Sicherung. Alle Formen der Seilanwendung, durch die der Vorsteiger bei der Fortbewegung unterstützt wird, sind nicht zulässig. Wird ein Kletterweg ganz oder teilweise mit Sicherung von oben durchstiegen, gilt dies nicht als vollwertige Begehung.

Beim Klettern, Sichern und anderer Seilbenutzung muss darauf geachtet werden, dass die Felsoberfläche nicht beschädigt wird. Diesem Grundsatz muss sich der Kletterer unterordnen und entsprechend seinen Aufstieg und das Sichern der Seilgefährten den örtlichen Gegebenheiten anpassen.

Kletterrouten dürfen nicht on sight (o.s.), Rotpunkt (RP), Toprope (TR) usw. durchstiegen werden, wenn dabei durch Seilreibung der Fels beschädigt werden kann.

2.4 Anwendung der Seilschlingen

Zur Sicherung des Kletterers können im Bereich des Kletterweges Seilschlingen gelegt werden. Diese müssen unmittelbar am Fels oder an anderen natürlichen Haltepunkten befestigt werden. Das Legen von Seilschlingen muss stets aus der Kletterstellung erfolgen. Dabei darf ein Stab aus Holz oder Kunststoff benutzt werden. Beim Legen und Entfernen von Seilschlingen dürfen Fels und Pflanzen nicht beschädigt werden.

Wird in einer Schlinge geruht oder nachgeholt, ist die Kletterei in der Stellung wieder aufzunehmen, in der sie unterbrochen wurde, das heißt: an den zuletzt benutzten Griffen und Tritten. Ein Ruhen in einer Schlinge mindert den sportlichen Wert einer Begehung.

Die Seilschlingen sind nach Beendigung der Kletterei vollständig zu entfernen.

Alle Regeln zur Anwendung von Schlingen gelten auch für Klemmkeile und -geräte im Sinne von
Punkt 2.2.

2.5 Benutzung der Ringe

Ringe dienen zur Sicherung des Kletterers. Sie dürfen nicht zur Unterstützung der Kletterbewegung benutzt werden. Es gilt als unsportlich, das Seil in einen Ring einzuhängen, bevor er sportlich einwandfrei mit der Hand erreicht wurde.

Wird die Kletterei am Ring unterbrochen, ist sie beim Weitersteigen in der Kletterstellung aufzunehmen, in der sie unterbrochen wurde.

Ringe von benachbarten oder kreuzenden Wegen dürfen benutzt werden, wenn damit keine wesentliche Abweichung vom Wegverlauf verbunden ist.

2.6 Unbefugtes Entfernen von Ringen und anderen Sicherungseinrichtungen

Ringe oder andere Sicherungseinrichtungen dürfen nicht ohne Beschluss der zuständigen
Fachkommission entfernt oder versetzt werden.

2.7 Schwebesicherung und Abzug

Schwebesicherung darf nicht der Sicherung eines Nachsteigers gleichkommen und keine Unterstützung des Kletterers durch Seilzug, auch nicht in Verbindung mit einem Abzug, ermöglichen. Der Fixpunkt der Schwebesicherung soll sich so hinter dem Kletterer befinden, dass dieser sich bei einem Sturz von der Wand entfernt. Bei Anwendung einer Abzugssicherung muss sich der Fixpunkt der Sicherung unterhalb des Kletterers befinden.

2.8 Unterstützungsstellen

Die Teilnehmer einer oder mehrerer Seilschaften dürfen sich gegenseitig unterstützen, wenn sie sich dabei wie bei der Kletterbewegung verhalten. Sie dürfen nur durch eine lose hängende Selbstsicherung mit dem Ring oder der Sicherungsschlinge verbunden sein oder durch weitere Kletterer gesichert werden. Das gilt auch für Probeversuche. Nachsteiger haben das Recht, die Unterstützungsstelle mit Seilhilfe zu überwinden. Die Teilnehmer müssen die Kletterstelle durch Klettern über den Wegverlauf erreicht haben. Es ist nicht erforderlich, dass sie an der weiteren Begehung teilnehmen. Unterstützungsstellen sind im Kletterführer angegeben. Unterstützung an anderen Stellen mindert den sportlichen Wert der Begehung.

2.9 Unterbrechung oder Abbruch einer Begehung

Geht der Vorsteiger im Wegverlauf zurück, muss er diese Strecke beim nächsten Versuch wieder sportlich einwandfrei durchsteigen. Bereits gelegte Seilschlingen dürfen dabei zur Sicherung benutzt werden. Nach einem Sturz darf bis zum obersten noch vorhandenen Sicherungspunkt gehangelt werden. Wird die Kletterei abgebrochen, so ist bei Wiederaufnahme die gesamte Route von neuem zu durchsteigen. Im bereits absolvierten Wegverlauf verbliebene Schlingen dürfen wieder verwendet werden.

2.10 Unfälle und Hilfeleistungen

Bei Klettereien, die zur Bergung von Verunfallten oder zur Hilfeleistung bei Unfällen durchgeführt werden, ist die Einhaltung der vorstehenden Punkte nicht erforderlich. Diese Klettereien gelten dann nicht als sportliche Begehungen; Beschädigungen der Felsoberfläche sind zu vermeiden bzw. zu sanieren.

2.11 Gipfelbucheintragungen

Zur Eintragung in das Gipfelbuch berechtigen nur entsprechend der Sächsischen Kletterregeln durchgeführte Begehungen. Von jedem Kletterer wird eine wahrheitsgetreue Gipfelbucheintragung erwartet.

Es sind einzutragen: Datum, Name der Kletterroute, Vor- und Familiennamen aller Beteiligten in der Reihenfolge am Seil (bei Wechselführung mit einem „und“ verbunden), Schwebesicherung und/oder Abzug, Sicherung von unten (wenn kein Nachsteiger den Gipfel erreicht), Selbstsicherung, Sicherung von oben, Benutzung von Ringen anderer Kletterrouten (wenn diese nicht in der Wegbeschreibung genannt sind), Anwendung von Unterstützung (wenn diese nicht in der Wegbeschreibung angeführt

ist), Benutzung von Ruheschlingen. Weiterhin können eingetragen werden: Sportverein, Sektion und
Klub, Begehungen ohne Unterstützung (o. U.), Kletterstil (RP usw.).

Die Begehungen von Wegen werden gewöhnlich bis zur 100. Begehung gezählt. Varianten werden gesondert gezählt.

Anonyme Zusatzbemerkungen zu fremden Eintragungen, Streichungen sowie unsachliche Eintragungen sind unsportlich, überflüssig und zu unterlassen. Dieser Punkt gilt auch für Wandbücher an Massivwänden.

3. Erstbegehungen

3.1 Recht auf neue Aufstiege

Jeder Kletterer hat das Recht, neue Aufstiege durchzuführen. Ein Anspruch ist dann erworben, wenn bei einem Versuch das Vorhaben kenntlich gemacht und der Versuch gemeldet wurde.

Als Kennzeichen gilt ein angebrachter notwendiger Ring, der mit einer wetterfesten Schnur zu versehen ist, oder eine sichtbar gelegte Seilschlinge nach einem wesentlichen Abschnitt des geplanten Aufstiegs. Diese Kennzeichen dürfen von anderen Kletterern nicht entfernt werden.

Das Anrecht besteht drei Jahre nach dem ersten Versuch. Danach darf jeder Kletterer den angefangenen Aufstieg fortführen.

An bereits begonnenen Aufstiegen beträgt die Anrechtsfrist nur noch ein Jahr. Das Anrecht gilt nur dann, wenn bei dem Versuch ein wesentlich neuer Abschnitt des geplanten Aufstiegs durchstiegen und gekennzeichnet wurde.

Es ist nicht zulässig, von anderen Kletterern begonnene Aufstiege ohne deren Einverständnis weiterzuführen oder in den vorgesehenen Wegverlauf von anderer Stelle hineinzugelangen, solange ein Anrecht besteht. Bei derart unsportlichem Verhalten wird die Erstbegehung nicht anerkannt.

Bei Regelverletzungen während eines Versuchs verliert der Kletterer sein Anrecht.

3.2 Meldung von Versuchen

Angefangene Erstbegehungen sind unmittelbar danach, spätestens innerhalb von vier Wochen, schriftlich an die zuständige Fachkommission (FK) zu melden. Gleiches gilt auch für die Weiterführung bereits begonnener Erstbegehungen unter Beachtung der vorstehenden Regelungen. Folgende Angaben sind erforderlich: Klettergebiet, Kletterfelsen, geplanter Wegverlauf mit Angabe des höchsten erreichten Punktes und der angebrachten Ringe, Kennzeichnung des Versuchs, Name und Anschrift, ggf. Sportverein bzw. Klub des Kletterers, Datum des ersten Versuchs.

Die Angaben werden bei der zuständigen Fachkommission gespeichert. Es ist zweckmäßig, vor Durchführung einer Erstbegehung bei der FK anzufragen, ob der Aufstieg bereits durchgeführt wurde oder ein gültiges Anrecht darauf besteht.

3.3 Erkundung

Bei der Erkundung eines neuen Aufstiegs darf nicht über diesen abgeseilt werden (Ausnahme: Abseilwand). Ebenso unerlaubt sind Einsteigen mit Sicherung von oben, Teilnahme an sportlich nicht einwandfreien Versuchen oder Begehungen des geplanten Aufstiegs.

3.4 Verhalten bei Erstbegehungen

Allgemein gelten die Sächsischen Kletterregeln auch bei Erstbegehungen. Die Durchführung hat bei jedem Versuch vom Einstieg aus zu erfolgen. Erstbegehungen, auch von Varianten, sind generell bis zum Gipfel durchzuführen.

Bei neuen Wegen oder Varianten dürfen andere Kletterrouten weder in ihrem historisch vorgegebenen Verlauf noch in ihrem Charakter beeinträchtigt werden. Wege sollen sich am natürlichen Verlauf der Felsstruktur (kletterbare Linie) ausrichten. Großzügigkeit ist eine unverzichtbare Eigenschaft, besonders bei Varianten.

Der seitliche Wegabstand soll drei Meter nach beiden Seiten nicht unterschreiten. Bei vorübergehender Annäherung an einen bestehenden Weg ist auf eigene Ringe zu verzichten.

Neue Wege sollen wenigstens zur Hälfte Neuland erschließen. Markante Sockel oder Gipfelaufbauten werden dabei separat bewertet. Logische Varianten, die diese Bedingung nicht erfüllen, können bei der zuständigen Fachkommission beantragt werden.

Kombinationen aus Teilen bereits vorhandener Aufstiege, vor allem in Verbindung mit Quergängen und Kriechpassagen durch Höhlen, finden als Erstbegehung keine Anerkennung.

Unbedeutende Wegabweichungen werden nicht als Erstbegehung anerkannt, können jedoch im
Kletterführer erwähnt werden.

Der Erstbegeher hat für ausreichende Sicherung des neuen Aufstiegs zu sorgen. Sind keine genügenden natürlichen Sicherungsmöglichkeiten vorhanden, ist das Anbringen eines Ringes, besonders an notwendigen Nachholestellen, geboten. Der Ort des Ringes muss vom Einstieg über den Aufstiegsweg erreicht werden. Ein vorheriges Anbringen von Ringen, z. B. durch Abseilen, Hineinqueren oder mit Sicherung von oben, ist nicht zulässig.

Ringe von anderen angefangenen Routen dürfen nur nach Rücksprache mit dem Erstbegeher benutzt werden. Jede durchgeführte Erstbegehung ist im Gipfelbuch durch vollständigen Eintrag mit Wegbeschreibung und Schwierigkeitsgrad zu dokumentieren.

3.5 Anbringen von Ringen

Beim Anbringen von Ringen dürfen vom Erstbegeher entsprechend den Regeln gelegte Seilschlingen, Klemmkeile und -geräte im Sinne von Punkt 2.2 und Skyhooks als Haltepunkt benutzt werden.
Ebenso darf der zum Anbringen des Ringlochs benutzte Bohrer als Haltepunkt dienen. Andere künstliche Haltepunkte, wie zum Beispiel Haken und Seilgeländer, sind beim Ringschlagen nicht erlaubt. Wird ein Ring mit Unterstützung angebracht, müssen sich alle Beteiligten regelgerecht verhalten.

Jeder Ring ist so anzubringen, dass ein einwandfreies Erreichen und Einhängen aus der
Kletterstellung möglich ist.

Ringe sind so anzuordnen, dass unter Berücksichtigung aller Umstände mit geringster Ringanzahl und größtmöglichem Ringabstand eine ausreichende Sicherung erreicht wird.

Der Abstand zwischen zwei Ringen einer Route darf drei Meter nicht unterschreiten. Ausnahmen sind in begründeten Fällen möglich (z. B. Aufschlaggefahr). In solchen Fällen ist die Begehung vor dem

Setzen des Ringes abzubrechen und erst nach der Genehmigung durch die zuständige
Fachkommission fortzusetzen. Empfohlen werden jedoch Ringabstände von mindestens fünf Metern.

Der Abstand von drei Metern ist auch zu Ringen anderer Aufstiege einzuhalten, wenn die Erstbegehung in diese einmündet, von ihnen abzweigt oder diese kreuzt. Wird bei einer Erstbegehung ein vorhandener Aufstieg benutzt oder gekreuzt, dürfen in ihm keine Ringveränderungen vorgenommen werden. Nur beim Abzweig der Erstbegehung darf nach vorheriger Genehmigung durch die zuständige Fachkommission unter Beachtung des Ringabstandes ein zusätzlicher Ring geschlagen werden, wenn damit der Charakter des vorhandenen Aufstiegs nicht verändert wird.

Es dürfen nur Ringe verwendet werden, die in ihrer Festigkeit und ihren Abmessungen den Normen der zuständigen Fachkommission entsprechen.

Konnte ein Ring nur provisorisch angebracht oder nicht ordnungsgemäß befestigt werden, ist das im Gipfelbuch zu vermerken und der Mangel umgehend zu beheben. Dazu darf der Ring nach Vollendung der Erstbegehung durch Abseilen oder mit Sicherung von oben erreicht und der alte Ring als Haltepunkt benutzt werden. Gleiches gilt, wenn die Erstbegehung am Bohrer gesichert wurde.

Ringlöcher, in die kein Ring geschlagen wurde, und Löcher ausgewechselter Ringe sind sofort ordnungsgemäß zu verschließen.

3.6 Ringveränderungen an unvollendeten Aufstiegen

Die Erstbegehung ist an den gemäß Punkt 3.5 geschlagenen Ringen durchzuführen. Ringveränderungen vor Beendigung der Erstbegehung sind nur zulässig, wenn

– vom vorgesehenen Wegverlauf abgewichen wird. In diesem Fall darf der letzte im benutzten
Wegteil befindliche Ring entfernt oder versetzt werden;

– nach Ablauf der Anrechtsfrist ein anderer Kletterer den Aufstieg fortsetzt. In diesem Fall dürfen die vorhandenen Ringe entsprechend Punkt 3.5 versetzt oder entfernt werden.

Bei solchen Ringveränderungen darf der zu entfernende oder zu versetzende Ring nicht benutzt werden. Beim Versetzen ist der neue Ring zusätzlich zu schlagen. Nach Anbringen des neuen Ringes ist der alte Ring zu entfernen und das Loch zu verschließen. Ringe von Versuchen anderer Kletterer, die nicht mehr brauchbar sind, müssen sofort ausgewechselt werden. Dabei darf der alte Ring als Haltepunkt benutzt werden. In allen anderen Fällen von Ringveränderungen ist die vorherige Zustimmung der zuständigen Fachkommission erforderlich.

3.7 Nachträgliches Anbringen von Ringen

Der Erstbegeher hat das Recht, innerhalb einer Frist von vier Wochen in seiner Erstbegehung nachträglich Ringe anzubringen. Ort und Abstand müssen den im Punkt 3.5 festgelegten Kriterien entsprechen.

Genügen die vorhandenen Ringe nach Ablauf der Frist nicht den Sicherheitskriterien, kann die zuständige Fachkommission nach Absprache mit dem Erstbegeher Ort und Anzahl nachträglicher Ringe festlegen und ihn mit dem Anbringen der Ringe beauftragen.

Über Anträge zum Anbringen nachträglicher Ringe in bereits vorhandene Aufstiege oder zum
Versetzen von Ringen entscheidet nach gründlicher Prüfung die zuständige Fachkommission.

3.8 Meldung von Erstbegehungen

Durchgeführte Erstbegehungen sind innerhalb von vier Wochen in schriftlicher Form an die zuständige Fachkommission zu melden. Die Meldung hat zu enthalten: Klettergebiet, Kletterfelsen, Name der neuen Kletterroute, Schwierigkeitsgrad (entweder af oder af und RP), Vor- und Zunamen aller Teilnehmer in Seilschaftsreihenfolge bei Erreichen des Gipfels (bei geteilter Führung die Vorsteiger durch “und” verbunden), Art der Sicherung (z. B. von unten gesichert, Selbstsicherung, Schwebe- und/oder Abzugssicherung, Sicherung vom Nachbargipfel bzw. vom Massiv), Anschrift, Sportverein und Klub des Vorsteigers bzw. der Vorsteiger, Datum, exakte und vollständige Wegbeschreibung mit Toposkizze des Anstiegs, sämtliche Ringabstände im Grenzbereich (drei Meter), Ringveränderungen entsprechend Punkt 3.6.

Mit seiner Meldung bestätigt der Erstbegeher die Durchführung entsprechend den Sächsischen Kletterregeln. Kann eine Erstbegehung am Tag ihrer Durchführung durch widrige Umstände (z. B. einsetzender Regen, Einbruch der Dunkelheit) nicht mehr im Gipfelbuch eingetragen werden, ist der Eintrag umgehend nachzuholen, spätestens jedoch innerhalb von zwei Wochen.

Werden Erstbegehungen nicht ins Gipfelbuch eingetragen oder fristgemäß nachgetragen und nicht bei der zuständigen Fachkommission gemeldet, gelten sie als nicht durchgeführt.

Der Erstbegeher schlägt den Namen der neuen Kletterroute vor.

3.9 Überprüfung und Bewertung von Erstbegehungen

Die Überprüfung einer Erstbegehung erfolgt durch die zuständige Fachkommission. Anerkannte
Erstbegehungen werden im Kletterführer oder anderen geeigneten Publikationen veröffentlicht.

Bestehen Zweifel an der regelgerechten Durchführung einer Erstbegehung, ist der Erstbegeher zu zusätzlichen Angaben verpflichtet. Dies geschieht schriftlich oder durch Befragung während der Beratung der zuständigen Fachkommission.

Wird ein neuer Aufstieg nicht anerkannt, ist von der zuständigen Fachkommission festzulegen, ob die geschlagenen Ringe durch den Erstbegeher entfernt werden müssen.

Der Erstbegeher hat das Recht, gegen Entscheidungen der zuständigen Fachkommission einen begründeten Einspruch innerhalb von vier Wochen nach Bekanntwerden der Ablehnung schriftlich einzureichen.

3.10 Erstbegehungsverbote

Die zuständige Fachkommission hat das Recht, Klettergipfel oder Teile davon für die Durchführung weiterer Erstbegehungen zu sperren. Sind an diesen Felsen doch Erstbegehungen beabsichtigt, müssen sie vor Beginn der Durchführung der zuständigen Fachkommission zur Genehmigung vorgelegt werden.

4. Verhalten in Klettergebieten

4.1 Gesetzliche Bestimmungen

Die Bestimmungen des Natur- und Landschaftsschutzes sind als Grundregeln zu beachten und einzuhalten.

Hierzu zählen:

  • Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz)
  • Sächsisches Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Sächsisches Naturschutzgesetz)
  • Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft über die Nationalparkregion Sächsische Schweiz (NLPR-VO)
  • Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Pfaffenstein“
  • Waldgesetz für den Freistaat Sachsen (SächsWaldG)
  • Verordnung zum Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten (Bundesartenschutzverordnung)
  • EU-Richtlinie Besondere Schutzgebiete zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Flora-Fauna-Habitat-Gebiete bzw. FFH-Gebiete)
  • EU-Richtlinie Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (Europäische Vogelschutzgebiete bzw. SPA-Gebiete [special protection areas]).


4.2 Zugänge, Rast- und Biwakplätze

Als Zugänge zu den Kletterfelsen sind die im Kletterführer enthaltenen bzw. im Gelände ausgewiesenen Wege, Bergpfade und Kletterzugänge zu benutzen. An allen Rast- und Biwakplätzen und besonders in der Umgebung der Kletterfelsen ist auf Sauberkeit und Ordnung zu achten. Abfälle jeder Art müssen wieder mit zurückgenommen werden.

4.3 Verhalten beim Klettern

Beim Klettern soll die Natur so gering wie möglich beeinflusst werden. Lautes Rufen ist möglichst zu unterlassen. Das Klettern mit Schuhen, die harte, sandsteinschädigende Sohlen haben, ist verboten.

Das Klettern an nassem und feuchtem Fels ist bei allen Kletterrouten zu unterlassen, in denen gesteinsbedingt die Gefahr der Beschädigung der Felsoberfläche und des Ausbrechens von Griffen und Tritten besteht. Toprope sollte grundsätzlich auf künstliche Kletterwände und Klettergärten beschränkt bleiben und in den Sandsteinklettergebieten eine Ausnahme darstellen. Sollte Toprope gestiegen werden, muss der Kletternde den Schwierigkeiten gewachsen sein, um Griff- und Trittausbrüche zu vermeiden und die Felsoberfläche zu erhalten. Die Anzahl der Toprope-Kletternden muss auf ein Minimum beschränkt bleiben. Langes Blockieren der Kletterrouten ist zu vermeiden. Anderen Kletterern, die die Route vorsteigen wollen, ist Vorrang zu gewähren. Abseilösen dürfen nicht zur Toprope-Sicherung verwendet werden.

4.4 Klettern im Nationalpark Sächsische Schweiz, in Landschafts- und Naturschutzgebieten

Im Nationalpark Sächsische Schweiz ist das Klettern nur an den von der Nationalparkverwaltung bestätigten Kletterfelsen und Kletterrouten zugelassen.

In Landschaftsschutzgebieten (LSG) und in Naturschutzgebieten (NSG) ist das Klettern nur an den von den zuständigen Naturschutzbehörden bestätigten Kletterfelsen gestattet.

4.5 Kletterverbote

Ständige oder zeitweilige Kletterverbote, die von der zuständigen Naturschutzbehörde oder dem zuständigen Staatsforstamt erlassen, durch Veröffentlichung bekannt gemacht oder im Gelände kenntlich gemacht wurden, sind unbedingt einzuhalten.

5. Kletterziele

5.1 Klettergipfel

Klettergipfel sind freistehende Felsen, die nur durch Kletterei oder durch Überfall, Übertritt oder Sprung von benachbarten Felsen zu ersteigen, durch die zuständige Fachkommission anerkannt und durch die zuständige Naturschutzbehörde bestätigt sind.

Neubesteigungen bedürfen der vorherigen Zustimmung der zuständigen Fachkommission und der zuständigen Naturschutzbehörde.

Die Begrenzung des Kletterbereichs an Gipfeln und Sockeln kann gekennzeichnet werden.

5.2 Massivwände

In den sächsischen Sandsteinklettergebieten gelten Massivwände nicht als Kletterziele. Klettern an
Massivwänden ist verboten. Ausnahmen sind:

  • Lilienstein-Westecke
  • Königstein, „Abratzkykamin“
  • Großer Zschirnstein, „Südwand“
  • Oybin-Ostseite.
5.3 Übungsgebiete

Für Ausbildung und Training werden besondere Übungsgebiete oder -wände an Massiven oder in Steinbrüchen durch die zuständige Fachkommission festgelegt und durch die zuständige Naturschutzbehörde bestätigt. In der Sächsischen Schweiz bestehen das Übungsgebiet Rauenstein sowie die Klettergärten Pirna-Cunnersdorf und Liebethaler Grund. Für den Betrieb in den Klettergärten gelten abweichende Regeln.

Das Üben künstlicher Kletterei und das Anwenden alpiner Sicherungsmittel, wie Haken, Trittleitern u. a. ist an allen Felsen der sächsischen Sandsteingebiete verboten.

5.4 Kletterwege und Varianten

Als Kletterwege gelten Aufstiege an Klettergipfeln und Massiven, die über den größeren Teil ihrer
Länge selbstständig sind und in genügendem Abstand von benachbarten Aufstiegen verlaufen. Varianten sind Abweichungen von bereits durchstiegenen Kletterwegen, meist von geringer Länge.
5.5 Schwierigkeitsgrade

Der Schwierigkeitsgrad eines Kletterweges gibt den zur Durchsteigung erforderlichen Aufwand an klettertechnischem Können und Kraft unter normalen Bedingungen an. Er wird nach der

schwierigsten Stelle bzw. nach der Häufigkeit schwieriger Stellen festgelegt. Bei Varianten wird der Gesamtaufstieg bewertet. Die Schwierigkeitsgrade sind gegeneinander nicht scharf abgegrenzt und stellen Erfahrungswerte dar. Hinweise auf besondere Anforderungen an den Kletterer können durch Zusätze zum Schwierigkeitsgrad (anstrengend, brüchig, ungenügend gesichert u. a.) angegeben werden.

Sächsische Skala

Die Sächsische Skala beginnt mit dem Schwierigkeitsgrad I und ist nach oben offen. Die Schwierigkeitsgrade ab VII sind durch Zusatz der Buchstaben a, b und c nochmals unterteilt, wodurch eine weitere Gliederung von niederer zu höherer Schwierigkeit erreicht wird.

Sprungskala

Diese Sächsische Sprungskala wird für die Bewertung von Sprüngen benutzt. Sie beginnt mit dem Schwierigkeitsgrad 1 und ist nach oben offen. Der Schwierigkeitsgrad eines Sprunges bewertet Ab- und Aufsprungbeschaffenheit, Sprungbahn und -weite. Die Kletterschwierigkeit vor oder nach dem Sprung zu durchsteigender Wegteile nach der Sächsischen Skala wird zusätzlich angegeben.

6. Schlussbestimmungen

Diese Fassung der Sächsischen Kletterregeln wurde von einer Arbeitsgruppe des Sächsischen Bergsteigerbundes e. V. erarbeitet und mit den Sektionen Dresden, Zittau, der Akademischen Sektion Dresden des Deutschen Alpenvereins e. V., dem Sächsischen Wandersport- und Bergsteigerverband
e. V. und dem Touristenverein „Die Naturfreunde“ LV Sachsen e. V. abgestimmt.

Diese Fassung ersetzt die „Sächsischen Kletterregeln“ in der Fassung vom 1. September 2009 und ist
ab 01. Januar 2014 gültig.

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Auch sonstige Informationen rund ums Klettern werden hier gepostet.

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