Die Weißkugel

- ein lange gehegter Wunsch -

Die Weißkugel, einer der formschönsten Berge der Ötztaler, hat nicht ganz den Status eines Modeberges wie ihr großer Bruder Ötztaler Wildspitze. Gute Vorbereitung und stabiles Wetter für den geplanten Tag sollte uns den Gipfelerfolg sichern. Eine Traumtour in kombiniertem Gelände mit ein paar technischen Einlagen hat richtig Spaß gemacht. Die komplexere Wegfindung setzt Gespür fürs Gelände voraus.

ZugangWeißkugel I

ZugangWeißkugel II

Wie die Kartenausschnitte zeigen ist der Weg insgesamt recht lang. Der Wegabschnitt von der Hütte bis zur Skiliftkopfstation Teufelsegg haben wir am Tag vorher als Nachmittagsspaziergang erkundet. Da man noch vor Sonneaufgang startet, ist der Abstieg Richtung Kurzras auf dem Hüttensteiglein mit Stirnlampe zu bewältigen. Unterhalb der Jochköfel zweigt der Steig zum Teufelsegg durch grobes Blockwerk rechts ab. Die Passage ist insgesamt gut markiert und als Steig gut zu erkennen. Da wir 05.00 Uhr gestartet sind, begann recht bald die Morgendämmerung, die Berge wurden also extra für uns vergoldet. Nach erreichen der Skiliftstation kurze Trinkpause und Ausrüstung richten.

BlickZurKugel

Die Traversierung unterhalb des Teufelseggs ist steinschlaggefährdet und erforderte bereits die Steigeisen - die Schneefelder waren halt hart gefroren. Um in den Bereich des Hintereisferners zu kommen, ist eine Steilstufe auf den Punkt 3170 Hm zu überwinden (siehe Foto oben). Einige Markierungen wiesen aber sicher den Weg.

VordenGeländestufenzumSteinschlagjoch

Die Massen an Geröll geben nun auf dem Weiterweg Auskunft über die Gletscherschmelze der vergangenen 10 Jahre.Man wendet sich weiter westwärts mehrere Geländestufen über Geröll und Schneefelder überwindend. Ab Höhenstufe 3226 Hm erreicht man den Verbindungsgrat zum Steinschlagjoch (im Foto links neben Christianes Helm - winzig das Steinmannli aus dieser Perspektive). In, zwar brüchigem Fels, bei guter Spur in angenehmer Kletterei gehts auf dem Grat zügig in die Flanke des Steinschlagjochs. Hier haben wir angeseilt.

AufdemWegzumHintereisjoch

Der Hintereisferner ist hier nur wenig steil bis man das Hintereisjoch erreicht (Foto oben). Nach überwinden des Hintereisjochs, was ohne die berüchtigte Randkluft vonstatten ging, standen wir beeindruckt vor der unteren Firnflanke der Weißkugel. Also scharf nach links/südwärts. Nach rund 300 m und wenigen Höhenmetern gelangt man ohne Schwierigkeiten durch einen 180 - grad - Bogen auf die nach Süden ausgerichtete Firnflanke.

WeißkugelvonSüden

Nach anstrengender Schneestapferei und Überwindung einer Steilstufe ( Foto oben) legt sich der Gletscher und der Blick weitet sich Richtung Vernaglwand und Langtauferer Spitze. Am felsigen Südgrat ist schnell Rucksackdepot eingerichtet und in angenehmer Gratkletterei geht es auch für uns zum formschönen Gipfelkreuz der Weißkugel.

AmGipfel

Der Rückweg erfolgt auf gleichem Pfad. Über den Weißkugelsüdgrat und den Verbingsgrat zwischen Steinschlagjoch und Teufelsegg.

Weißkugelsüdgrat

VerbindungsgratzumSteinschlagjoch

Der Gegenanstieg unter der Hütte ist nun heftig und macht noch mal klar was Bergsteigen ist. Jedenfalls wartet auf der Schöne Aussicht Hütte eine Dusche und ein fantastisches Abendbrot. Insgesamt eine Tour die etwas Erfahrung erfordert und auf Grund der Länge kein Gipfelhatscher ist. Sie entschädigt aber alle Mühen mit sehr abwechslungsreichem Gelände und schönen Aussichten - das Wetter sollte in jedem Fall mitspielen.

Zum Appetit holen.

Euer Fachübungsleiter Bergsteigen Falk Klingspor

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