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Was für ein Winter! Bereits im Dezember mussten wir eine Kammtour im Erzgebirge streichen. Mitte Februar wollte ich eigentlich mit Lars den Individuell 2014, ein privat organisierter 140km-Skilauf durchs Erzgebirge, machen. Wegen Schneemangel mussten wir uns nach einer höherliegenden Alternative umschauen. Mir schwebte eine gemütliche Wochenendtour vor: Wittighaus(Isergebirge) => Wiesenbaude(Riesengebirge). Samstag 40km hin und Sonntag 40km zurück. Lars musste aber Sonntag wieder bei Zeiten zu Hause sein und außerdem wollte er einen Sonnenaufgang auf der Schneekoppe erleben.

Sonnenaufgang auf der Schneekoppe ist für mich nichts neues. Da muss man ja nur zeitig aufstehen oder halt die Nacht durchmachen. So fuhren wir an einem Freitag mit dem letzten Zug nach Harrachov. Gegen 21:00 Uhr kamen wir an. Die Bahnstation von Harrachov liegt etwas oberhalb des Ortes in 750m Höhe. Wie erwartet lag hier kaum Schnee.

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Wir überqueren die Gleise und steigen ins Isergebirge auf. Es lag gerade soviel Schnee, dass wir bis Jakobsthal mit Ski fahren konnten. Die Schneeschicht war allerdings verdammt dünn. In Jakobsthal überquert man die E65 (Straße zwischen Harrachsdorf und Schreiberhau)  und ist im Riesengebirge. Da lag auch schlagartig mehr Schnee. Wir steigen über den Mummelkamm Richtung Reifträger auf. Der Mond schien so hell, dass man auf eine Stirnlampe verzichten konnte.

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Bis zum Reifträger lief alles nach Plan. Das Wetter war ruhig und wir kamen gut vorran. Leider zog es sich dann etwas zu. Auf dem Kammweg zur Schneegrubenbaude wurde es immer stürmischer. Der Wind kam ungünstiger Weise direkt von vorn und führte Schnee und Eis mit sich. Die Windgeschwindigkeit betrug mindestens 70 km/h und die höchste Stelle hatten wir noch nicht erreicht. So werden wir es wohl nicht rechtzeitig bis zum Sonnenaufgang schaffen. Kurz vorher hatten wir den Abzweig zur Elbquelle passiert. Wir kehrten also um und nahmen den Weg über die Elbfall- und Martinsbaude. Dieser Weg ist zwar länger, verläuft aber unterhalb des Kammes. Dort sollte es wesentlich ruhiger sein.

So gegen 2:00 Uhr passieren wir die Martinsbaude. Offensichtlich konnte einer nicht schlafen. ;-)

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An den Vogelsteinen legten wir eine kurze Rast ein. Normalerweise liegt hier soviel Schnee, das man den Wegweiser kaum sieht.

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Wir passieren die Ruine der Peterbaude und lassen auch die Spindlerbaude links liegen. Auf demPass liegt so gut wie kein Schnee. Überall schauen Gras und Felsen heraus. Auf dem Kamm entscheiden wir uns für die Strecke über die Wiesenbaude. Normalerweise sind die Latschen im Schnee verschwunden. Jetzt muss man sich zwischen ihnen durchkämpfen. Irgendwann erreichen wir die Wiesenbaude. Glück muss man haben, die untere Eingangshalle ist offen. Wir pausieren so lange, dass wir nicht zu zeitig auf der Schneekoppe ankommen.

Die Schneekoppe ist stark vereist. Wir wählen den Jubiläumsweg für den Aufstieg. Immer wieder erstaunlich wie lange hell es schon ist, bevor die Sonne aufgeht. Aber wir sind nicht die Einzigen. Es kommen noch ca. 10 Schaulustige. Im Herbst 2012 hatte es über 100.

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Schlimm sieht der Ostkamm aus. Dort liegt kaum Schnee. Das sieht schlecht für die Kammtour in 3 Wochen aus.

Wir machen uns an den Abstieg.

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An der Wiesenbaude kehren wir für ein reichhaltiges Frühstück ein. Die riesige Baude ist gut besucht.

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Für den Rückweg wählen wir eine andere Variante. Es geht weiter über die Geiergucke und auf der Riesengebirgsmagistrale um den Plan herum bis hinunter nach Spindlermühle. Erstaunlicherweise können wir bis ins Tal hinab fahren. Eine Woche später gab es bereits ein paar schneelose Stellen.

Der Skimagistrale folgen wir bis zu den Schlüsselbauden um dann unterhalb der Kesselkoppe zur Štumpovka zu fahren. Auf dieser Strecke besteht eigenlich Lawinengefahr. Aber natürlich nicht bei der kümmerlichen Schneelage.

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Mittagsrast in der Štumpovka und dann weiter bis nach Harrachsdorf. Dabei überquert man zahlreiche Hänge von Rokytnice. Es war nur einer in Betrieb, der mit den Schneekanonen.

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Die letzten Kilometer legten wir natürlich zu Fuß zurück. Besonders nervend war der Aufstieg zur Bahnstation. Der Weg zog sich verdammt lange hin. Vielleicht lag es auch an den zurückgelegten 79km. ;-)

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Mit dem letzten Zug fuhren wir Samstag Abend wieder nach Dresden. Sehr angenehm ist die durchgehende Verbindung von Tanvald nach Dresden.

Christian Rucker

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