Bergjahr 2015 - eine Retrospektive

Der Sommer 2015 - extreme Wärme selbst in über 4000 m Höhe, knietiefer Sulz auf den Gletschern und Hüttenzustiege bei 38 °C haben es zu einem anstrengenden aber auch sehr eindrücklichen Bergjahr werden lassen.

Die erfolgreiche Hochtourenwoche in den Ötztaler Alpen 2014 hatte Appetit auf mehr aufkommen lassen. So haben wir unser Versprechen eingelöst und am Hauptkamm der Ötztaler eine weitere Hochtourenwoche 2015 folgen lassen. Tolle Erlebnisse in einer grandiosen Hochgebirgswelt lassen immer wieder Staunen und Genießen. Wir laden Euch hiermit zum schauen ein:

1

Wir starten, wie schon 2014, von Vent aus über das Hochjochhospiz als erste Hütte. Eine Bergsteigerunterkunft, welche noch Hütte ist, urig mit super Verpflegung.

2

Auf dem Otto Reuther Weg geht es zur Mutspitze als Zwischenziel zum Brandenburger Haus.

3

Spaltenzone und Randkluft im aufgeweichten Firn ist dieses Jahr nicht so lustig - also finden, umgehen und überklettern.

4

Über den Blockgrat in anregender Kletterei zum aussichtsreichen Gipfel der Mutspitze.

5

Die Sicht auf das Brandenburger Haus über den Kesselwandferner ist verlockend.

6

Am Nachmittag erreichen wir unser Ziel. Für uns verbindet sich das Brandenburger Haus mit dem Wunsch möglichst gut zu akklimatisieren, wollen wir schon eine Woche später ins Berner Oberland.

1

2. Tag! Nach dem Frühstück gibt es erst mal Nebelsuppe. Akklimatisieren kann man auch prima in der Hütte.

2

Also Lesen und warten auf Wetterbesserung.

3

Der Nachmittag bringt eine Wetterberuhigung und macht eine Erkundungstour zum Einstieg der Hintereisspitzen möglich. Für eine Überschreitung der drei Gipfel reicht leider die Zeit nicht mehr. Wir entschließen uns für den Rückweg zum Brandenburger Hause mit der Option Hüttengipfel.

4

Die Dahmannspitze ist lohnend, die Wolken und der Nebel haben sich verzogen. Wir genießen die Aussicht und freuen uns über die vielen Steinmannli.

5

Mit von der Partie, wie schon 2014, Kati und Mirko.

6

Fels und Eis - einfach fantastisch.

7

Andere sitzen auf dem Sofa.

1

3. Tag - auch er beginnt mit Nebel und Schneeregen. 10.30 Uhr, es reißt auf, die Sonne lugt hervor. Programmänderung - die bange Frage lautet: "Reicht die Zeit noch für einen richtigen Gipfel?" - Ja sie reicht noch. Wir verlassen zügig die Hütte, seilen an und nach etwa 2 Stunden wird das Gipfelkreuz der Weißseespitze am Horizont sichtbar.

3

Wir freuen uns über das Gipfelglück und genießen den Rundblick.

4

Aus der Ferne grüßt der Vinschgau sowie der Rechensee.

5

Eine alte Bekannte, die Weißkugel grüßt herüber - unser Hauptgipfel 2014.

6

Auf dem Rückweg gibt es Eis.

7

Unser Schwalbennest klebt immer noch am Fels und lädt für eine weitere Nacht ein.

8

Nach dem Tagwerk ist gut ruhen.

9

Auch ohne Heli kann man eine große Hütte bauen.

1

4. Tag. In voller Schönheit liegt unser Gletscherhatscher in der Morgensonne vor uns. Der Weg zum Fluchtkogel ist eine kurze Gletscherwanderung. Am Abend werden wir ihn überschritten haben.

2

Anseilen, Eisen anlagen und es kann losgehen.

3

Kurze Pause in der Scharte.

4

Schau mal wo es dann weitergeht.

5

Auf Wiedersehen am Gipfelkreuz.

6

Die ersten Meter bergab sind steil und hart gefroren - wir sichern.

7

Dann beginnt der Genuss.

8

Unser Abstieg auf den Guslarferner ist erst mal geschafft.

9

Trinken, essen und Sonnencreme nachlegen - dazu eine kurze Rast.

10

Bei schlechter Sicht stellt dieser Steinmann die Verbindung zur Vernagthütte her.

11

Und da grüßt auch schon die Hütte. Kaffee und Strudel sind in Reicheweite.

12

Boofen schützen also auch gegen starke Sonneneinstrahlung.

1

5. Tag. Eine lohnende und technisch einfache Tour - die Hochvernagtspitze. Die Zustiege über die Seitenmoränen der stark zurückgegangenen Gletscher, hier des Vernagtferners, sind sehr mühsam geworden. Spaltenzonen und Gletscherschliff muss umgangen werden. Die Klimastation liegt nun auf einem Felsbuckel. Die eisige Pracht ist dahin.

2

Auf dem Gletscherplateaut vor der Hochvernagtspitze. Die frühere Überfirnung existiert nicht mehr.

3

Also suchen wir den höchsten Punkt. Man kann es auch Gipfel nennen.

4

Ein paar tibetische Gebetsfahnen erklären wir zum Gipfel.

5

Trotz der Gletscherschmelze bietet der Hauptkamm immer noch Betätigungsfeld.

6

Ein Abschiedsfoto lässt das Ende der schönen Hochtourenwoche greifbar werden.

7

Ein Blick auf einen der unzähligen Gletscherbäche lässt ahnen das der weitere Weg eher feucht wird.

8

Den Ötztalern sagen wir tschüss und sind in Gedanken im Berner Oberland.

Mit ein paar Impressionen teilen wir die Erlebnisse gern mit Euch.

Es ist natürlich klar - wir sind in den Westalpen. Es wird länger, steiler, eisiger, höher, länger.
Wir sind unserem befreundeten Bergführer Rainer Treppte dankbar für den besten Vorsteiger, den wir uns vorstellen können. Damit haben nun auch wir den Kopf frei für den Genuss der Touren. Es geht zur Blümlisalp bei Kandersteg.

1

1800 Höhenmeter und 38 °C lassen den Zustieg zur Blümlisalphütte zur Schwitzpackung werden.

2

Die Blümlisalphütte begrüßt mit Tee jeden Ankömmling. 18.00 Uhr eine weitere Überraschung. Die Bergführer werden durch den Hüttenwirt zum Briefing gerufen. Alle aktuellen Informationen zu den Touren werden ausgetauscht. Wir fühlen uns wohl und genießen dann auch die schweizer Gastlichkeit und das gute Essen. Man bemüht sich nicht nur um die Tagesgäste, sondern auch um jeden Hüttenwanderer, Individualbergsteiger und geführten Gast. Leider ist das im Konsumrausch mancher Ostalpenhütte nicht mehr anzutreffen.

Gute Nacht und 03.00 Uhr ist Frühstück.

3

Auf dem Weg zum Morgenhorn. Die Sonne begrüßt uns und in der Ferne Eiger, Mönch und Jungfrau.

4

Auf dem Gipfelplateau des Morgenhorns. Nun wird sichtbar, welche Gratüberschreitung vor uns liegt.

5

Das Morgenhorn liegt hinter uns. Wir sind unterwegs zur Wyssi Frau über unzählige Aufschwünge und Gendarmen - kombiniertes Gelände mit nicht mehr ganz so intakter Firnauflage. "Nur Fliegen ist schöner?" Wer das glaubt, hat keine Ahnung vom Bergsteigen.

5 5

Im Kletterführer steht: " Dachziegelartig nach unten geschichteter, brüchiger Fels!" Ein großer Dank geht an Rainer. Er steigt in den Kletterpassagen zügig vor und holt uns souverän nach. Wir können genießen ohne unnötigen Zeitverzug.

6

Die Tiefblicke sind gratis und geben uns auch einen Überblick über unser Tagwerk.

7

Der Letzte Gipfel ist erreicht. Nun ist Zeit für eine ausgiebige Gipfeljause. 15 2

Nach dieser überwältigenden Gratüberschreitung dreier Gipfel, gilt es nun einen ebenso anspruchsvollen Abstieg zu bewältigen. 2,5 Stunden Abklettern, Ablassen, Abseilen, Absteigen steht uns bevor inclusive dem Rückweg über den Gletscher.

47

Der Abstiegsweg hoch über dem Oschinensee.

53

Ein Gletscherbruch peppt den Schluss noch ein wenig auf.

Am Ende ist uns klar - die Überschreitung des Mont Blanc auf der Cosmiquesroute kann man noch toppen. Wir sind ehrlich geschafft aber glücklich.


8

Mit der Besteigung des Mönch geht ein lang gehegter Wunsch Christianes in Erfüllung.

9


Ein herzliches Danke, Rainer, für Deine Umsicht und Geduld sowie die tollen Eindrücke.

Wir sind dankbar auch für die Berge, welche uns gesund wieder ins Tal gelassen haben.

Christiane und Falk Klingspor
01.01.2016 Bergjahr 2015 - eine Retrospektive

Der Sommer 2015 - extreme Wärme selbst in über 4000 m Höhe, knietiefer Sulz auf den Gletschern und Hüttenzustiege bei 38 °C haben es zu einem anstrengenden aber auch sehr eindrücklichen Bergjahr werden lassen.

Die erfolgreiche Hochtourenwoche in den Ötztaler Alpen 2014 hatte Appetit auf mehr aufkommen lassen. So haben wir unser Versprechen eingelöst und am Hauptkamm der Ötztaler eine weitere Hochtourenwoche 2015 folgen lassen. Tolle Erlebnisse in einer grandiosen Hochgebirgswelt lassen immer wieder Staunen und Genießen. Wir laden Euch hiermit zum schauen ein:


1

Wir starten, wie schon 2014, von Vent aus über das Hochjochhospiz als erste Hütte. Eine Bergsteigerunterkunft, welche noch Hütte ist, urig mit super Verpflegung.

2

Auf dem Otto Reuther Weg geht es zur Mutspitze als Zwischenziel zum Brandenburger Haus.

3

Spaltenzone und Randkluft im aufgeweichten Firn ist dieses Jahr nicht so lustig - also finden, umgehen und überklettern.

4

Über den Blockgrat in anregender Kletterei zum aussichtsreichen Gipfel der Mutspitze.

5

Die Sicht auf das Brandenburger Haus über den Kesselwandferner ist verlockend.

6

Am Nachmittag erreichen wir unser Ziel. Für uns verbindet sich das Brandenburger Haus mit dem Wunsch möglichst gut zu akklimatisieren, wollen wir schon eine Woche später ins Berner Oberland.

1

2. Tag! Nach dem Frühstück gibt es erst mal Nebelsuppe. Akklimatisieren kann man auch prima in der Hütte.

2

Also Lesen und warten auf Wetterbesserung.

3

Der Nachmittag bringt eine Wetterberuhigung und macht eine Erkundungstour zum Einstieg der Hintereisspitzen möglich. Für eine Überschreitung der drei Gipfel reicht leider die Zeit nicht mehr. Wir entschließen uns für den Rückweg zum Brandenburger Hause mit der Option Hüttengipfel.

4

Die Dahmannspitze ist lohnend, die Wolken und der Nebel haben sich verzogen. Wir genießen die Aussicht und freuen uns über die vielen Steinmannli.

5

Mit von der Partie, wie schon 2014, Kati und Mirko.

6

Fels und Eis - einfach fantastisch.

7

Andere sitzen auf dem Sofa.

1

3. Tag - auch er beginnt mit Nebel und Schneeregen. 10.30 Uhr, es reißt auf, die Sonne lugt hervor. Programmänderung - die bange Frage lautet: "Reicht die Zeit noch für einen richtigen Gipfel?" - Ja sie reicht noch. Wir verlassen zügig die Hütte, seilen an und nach etwa 2 Stunden wird das Gipfelkreuz der Weißseespitze am Horizont sichtbar.

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Wir freuen uns über das Gipfelglück und genießen den Rundblick.

4

Aus der Ferne grüßt der Vinschgau sowie der Rechensee.

5

Eine alte Bekannte, die Weißkugel grüßt herüber - unser Hauptgipfel 2014.

6

Auf dem Rückweg gibt es Eis.

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Unser Schwalbennest klebt immer noch am Fels und lädt für eine weitere Nacht ein.

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Nach dem Tagwerk ist gut ruhen.

9

Auch ohne Heli kann man eine große Hütte bauen.

1

4. Tag. In voller Schönheit liegt unser Gletscherhatscher in der Morgensonne vor uns. Der Weg zum Fluchtkogel ist eine kurze Gletscherwanderung. Am Abend werden wir ihn überschritten haben.

2

Anseilen, Eisen anlagen und es kann losgehen.

3

Kurze Pause in der Scharte.

4

Schau mal wo es dann weitergeht.

5

Auf Wiedersehen am Gipfelkreuz.

6

Die ersten Meter bergab sind steil und hart gefroren - wir sichern.

7

Dann beginnt der Genuss.

8

Unser Abstieg auf den Guslarferner ist erst mal geschafft.

9

Trinken, essen und Sonnencreme nachlegen - dazu eine kurze Rast.

10

Bei schlechter Sicht stellt dieser Steinmann die Verbindung zur Vernagthütte her.

11

Und da grüßt auch schon die Hütte. Kaffee und Strudel sind in Reicheweite.

12

Boofen schützen also auch gegen starke Sonneneinstrahlung.

1

5. Tag. Eine lohnende und technisch einfache Tour - die Hochvernagtspitze. Die Zustiege über die Seitenmoränen der stark zurückgegangenen Gletscher, hier des Vernagtferners, sind sehr mühsam geworden. Spaltenzonen und Gletscherschliff muss umgangen werden. Die Klimastation liegt nun auf einem Felsbuckel. Die eisige Pracht ist dahin.

2

Auf dem Gletscherplateaut vor der Hochvernagtspitze. Die frühere Überfirnung existiert nicht mehr.

3

Also suchen wir den höchsten Punkt. Man kann es auch Gipfel nennen.

4

Ein paar tibetische Gebetsfahnen erklären wir zum Gipfel.

5

Trotz der Gletscherschmelze bietet der Hauptkamm immer noch Betätigungsfeld.

6

Ein Abschiedsfoto lässt das Ende der schönen Hochtourenwoche greifbar werden.

7

Ein Blick auf einen der unzähligen Gletscherbäche lässt ahnen das der weitere Weg eher feucht wird.

8

Den Ötztalern sagen wir tschüss und sind in Gedanken im Berner Oberland.

Mit ein paar Impressionen teilen wir die Erlebnisse gern mit Euch.

Es ist natürlich klar - wir sind in den Westalpen. Es wird länger, steiler, eisiger, höher, länger.
Wir sind unserem befreundeten Bergführer Rainer Treppte dankbar für den besten Vorsteiger, den wir uns vorstellen können. Damit haben nun auch wir den Kopf frei für den Genuss der Touren. Es geht zur Blümlisalp bei Kandersteg.

1

1800 Höhenmeter und 38 °C lassen den Zustieg zur Blümlisalphütte zur Schwitzpackung werden.

2

Die Blümlisalphütte begrüßt mit Tee jeden Ankömmling. 18.00 Uhr eine weitere Überraschung. Die Bergführer werden durch den Hüttenwirt zum Briefing gerufen. Alle aktuellen Informationen zu den Touren werden ausgetauscht. Wir fühlen uns wohl und genießen dann auch die schweizer Gastlichkeit und das gute Essen. Man bemüht sich nicht nur um die Tagesgäste, sondern auch um jeden Hüttenwanderer, Individualbergsteiger und geführten Gast. Leider ist das im Konsumrausch mancher Ostalpenhütte nicht mehr anzutreffen.

Gute Nacht und 03.00 Uhr ist Frühstück.

3

Auf dem Weg zum Morgenhorn. Die Sonne begrüßt uns und in der Ferne Eiger, Mönch und Jungfrau.

4

Auf dem Gipfelplateau des Morgenhorns. Nun wird sichtbar, welche Gratüberschreitung vor uns liegt.

5

Das Morgenhorn liegt hinter uns. Wir sind unterwegs zur Wyssi Frau über unzählige Aufschwünge und Gendarmen - kombiniertes Gelände mit nicht mehr ganz so intakter Firnauflage. "Nur Fliegen ist schöner?" Wer das glaubt, hat keine Ahnung vom Bergsteigen.

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Im Kletterführer steht: " Dachziegelartig nach unten geschichteter, brüchiger Fels!" Ein großer Dank geht an Rainer. Er steigt in den Kletterpassagen zügig vor und holt uns souverän nach. Wir können genießen ohne unnötigen Zeitverzug.

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Die Tiefblicke sind gratis und geben uns auch einen Überblick über unser Tagwerk.

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Der Letzte Gipfel ist erreicht. Nun ist Zeit für eine ausgiebige Gipfeljause. 15 2

Nach dieser überwältigenden Gratüberschreitung dreier Gipfel, gilt es nun einen ebenso anspruchsvollen Abstieg zu bewältigen. 2,5 Stunden Abklettern, Ablassen, Abseilen, Absteigen steht uns bevor inclusive dem Rückweg über den Gletscher.

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Der Abstiegsweg hoch über dem Oschinensee.

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Ein Gletscherbruch peppt den Schluss noch ein wenig auf.

Am Ende ist uns klar - die Überschreitung des Mont Blanc auf der Cosmiquesroute kann man noch toppen. Wir sind ehrlich geschafft aber glücklich.


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Mit der Besteigung des Mönch geht ein lang gehegter Wunsch Christianes in Erfüllung.

9


Ein herzliches Danke, Rainer, für Deine Umsicht und Geduld sowie die tollen Eindrücke.

Wir sind dankbar auch für die Berge, welche uns gesund wieder ins Tal gelassen haben.

Christiane und Falk Klingspor
01.01.2016

Kommentare (1)

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  • Hallo Ihr zwei,

    na das war ja wohl mal eine runde Sache und wunderschön anzuschauen.
    Ich war förmlich bei euch dabei, in Gedanken!
    Danke für die schönen Bilder.

    LG Gisbert