Vom 24. bis 29. 07. 2018 fand Teil II des diesjährigen Basiskurses Alpin - Fels und Eis in den Stubaier Alpen zwischen unserer Dresdner Hütte und der Müllerhütte in Südtirol statt. Wie immer diente uns die Dresdner Hütte als Start und die Müller Hütte als bewährtes Basislager über dem Übeltalferner. Alle Teilnehmer erreichten die gesteckten Ausbildungsziele und kehrten gesund nach Hause zurück. Das persönliche Können und notwendige Fertigkeiten bilden nun die Grundlage für persönlich geplante Berg- und Hochtouren.

Eileen hat einen super Bericht verfasst, alle Teilnehmer haben fleißig fotografiert. Wir geben nunmehr damit gemeinsam einen Einblick in den Basiskurs Alpin - Fels und Eis 2018 der Sektion Dresden des DAV e.V.

Wie auch in den vergangenen Jahren wurde bereits zu Hause nicht nur Theorie erarbeitet, sondern auch schon mit Elan für die Praxis im Hochgebirge geübt. Einige Impressionen im Fels gestellter Spaltenbergungsübungen sowie der Selbstbergung mittels Prusiken zeigt das:

 01 Spaltenbergung I

02 Spaltenbergung II

03 Spaltenbergung III

04 Selbstbergung

Mit den folgenden Bildern stellen sich mal die Kursleiter vor:

05 Kursleiter Falk

Falk Klingspor, FÜL / Trainer C Bergsteigen

06 Kursleiter Thomas

Kursleiter Thomas Rinkes, Trainer C Bergsteigen

Unser Kurs:

07 Unsere Kursgruppe

Wie immer starten wir von unserer Dresdner Hütte.

08 Bewährter Start DD Hütte

Aber nun lassen wir Eileen berichten.

Tourenbericht Praxis Teil II Basiskurs Alpin - Fels und Eis 2018

Dienstag:

Treffpunkt war am Dienstag zwischen 12 und 13 Uhr auf der Dresdner Hütte (2308 m). Während Anna Kühnel und ich (Eileen Hollinger) bei schönstem Sonnenschein schon den Hausberg Egesengrat (2631 m) bestiegen haben und am Egesensee auf die anderen gewartet haben, sind unsere zwei Tourenleiter Falk Klingspor und Thomas Rinkes zusammen mit Eric Engemann, Anne Seiwert, Kerstin Schreiter, Ronny Pahlke, Ulli Naumann und Jonas Pröger von der Mutterbergalm zur Dresdner Hütte aufgestiegen. Nach einer kurzen Einführung ging es auch direkt los, wieder den Egesengrat hinauf. Dabei wurden wir auf Trittsicherheit und Fitness geprüft. Auch durften wir unser Können für „Gehen über ein Geröllfeld“ demonstrieren. Dann noch eine kleine Passage vom Klettersteig überwinden, woraufhin die Tourenleiter zu dem Schluss kamen: mit uns kann man was anfangen!

09 Übung Geländerseil

Mittwoch:

Nach einem außerordentlich leckeren Frühstück ging es um Punkt 8 Uhr los, mit der Müllerhütte (3145 m) als Ziel. Dort wollten wir die nächsten Tage unser Lager aufschlagen. Der Weg führte uns zunächst über das Peiljoch, wo uns ein atemberaubendes Meer aus Steinmännern erwartete. Von dort mussten wir leider einen Umweg in Kauf nehmen, da die Brücke über den reißenden Gletscherfluss vor einem Jahr weggespült wurde. Erst nahe dem See Blaue Lacke haben wir es geschafft mit Hilfe von einem Geländerseil den Fluss zu überqueren. Weiter ging es also mit dem Aufstieg über Wege und Geröll bis hin zum Gletscher. Mit Steigeisen sollte dieser kein Problem sein, jedoch hatte ich einige Probleme mit meinen Steigeisen. Erst nach mehrfachem nachjustieren und festziehen haben sie dann gehalten. So kräftezehrend das Ganze war kam mir die Pause am Gletscherrand sehr gelegen. Mit Riegeln, Trockenobst, Keksen und Traubenzucker gestärkt ging es weiter über einen Grat – den Lübecker Weg, am Wilden Freiger vorbei zur letzten Etappe: ein weiterer Gletscher. Diesmal von Schnee bedeckt mussten wir uns zusätzlich zu den Steigeisen noch in zwei Seilschaften geteilt anseilen. Mittlerweile hatte sich jeder schon auf die lang ersehnte Hütte gefreut als sie auch endlich in Sicht kam. Nach Überwinden von einer kleinen Kletterpassage mit Steigeisen wurden wir dann herzlichst von dem Hüttenwirt mit einem Schnaps in Empfang genommen. Auch Moses, der Hüttenhund, hat jeden einzeln begrüßt. Insgesamt waren wir 10 Stunden unterwegs und die Halbpension kam jedem sehr gelegen.

10 Start I

Ein phantastische Arena, leider sehr vergänglich geworden.

12 Alpines Gelände I

13 Alpines Gelände II

Nun wird es ernst. Die ersten Schritte auf aperem Gletscher, gestaffeltes Gehen mit Steigeisen.

14 1 Mit Steigeisen auf dem Gletscher Fernerstube

Die müssen fest sitzen!

14 Rot Versus Blau

Hier geht es nun rauf. Blockklettern auf alpinem Grat. Der Lübecker Weg.

15 Einstieg Lübecker Weg I

16 Einstieg Lübecker II

17 Einstieg Lübecker Weg III

18 Gratkletterei Lübecker Weg

Zuletzt der Übegang über den Übeltalferner zur Müllerhütte.

19 1 Übeltalferner

19 Gletscherbegung Übeltalferner

Donnerstag:

Aufgrund von recht nebliger Sicht ging es heute erst um 9 Uhr los mit einer Übung: wie überwinde ich gesichert eine Steilpassage im Gletscher? Falk hat es uns gezeigt. Mit Eisschrauben und Expressschlingen ging es am gleitenden Seil über eine steile Eispassage. Zwar gesichert, jedoch recht langsam kamen wir gesund und munter oben an. Die zweite Übung an diesem Tag: wie bremse ich im Schneefeld? hat allen sehr viel Spaß gemacht. Dazu ging es ein steiles Schneefeld hoch und dann hieß es: losgerutscht! Mal auf dem Rücken, mal kopfüber. Der Trick dabei ist sich auf den Bauch zu drehen und in den Liegestütz zu kommen. Damit kamen wir alle schnell zum Stehen. Wieder auf der Hütte kam auch endlich die Sonne raus und so konnten wir auf der Terrasse noch den Umgang mit Karte, Kompass und Planzeiger üben, bis es um 19 Uhr endlich Abendessen gab.

20 Eisausbildung

21Spielwiese

Freitag:

Der Tag fing schon mit herrlichstem Sonnenschein an und so ging es um 8 Uhr los in Richtung Sonklarspitze (3463 m). Erst wieder angeseilt über den Gletscher, dann ein Stück leichte Gratkletterei, dann wieder über ein Schneefeld und noch ein Stück über Geröll und schon waren wir oben am Gipfelkreuz. Der Abstieg hat bei weitem länger gedauert, da der ein oder andere etwas Probleme beim Abklettern hatte und wir das letzte Stück abseilen sollten, um den Umgang mit nassem Seil und alpinem Gelände zu lernen. Trotzdem blieb danach noch Zeit um die Spaltenbergung an einer echten Gletscherspalte zu üben. Nacheinander durfte jeder einmal den Genuss einer Gletscherspalte erfahren und wurde von den anderen wieder rausgezogen. Manche, unter anderem auch ich, hatten so viel Spaß dabei, dass sie gleich zweimal in die Spalte gesprungen sind. Wieder zurück auf der Hütte haben wir den Abend bei einer Runde Uno und Hüttenmusik live mit Akkordeon und Tuba ausklingen lassen.

22 Am Ende Sonklarspitze

22 1 Sonnklarspitze

Oben sind wir nun. Darauf folgt der Abstieg auf gleichem Weg. Leichtes kombiniertes Gelände und Gratkletterei.

23 Einfaches kombiniertes Gelände

Auch mal mit Abseilen in hochalpinen Ambiente.

25 Abseilen

Spaltenbergung, Alles echt.

28 Spaltenbergung I 2

29 Spaltenbergung II 2

30 Spaltenbergung III 2

Samstag:

Auch heute hat uns das Wetter nicht im Stich gelassen und so sind wir wieder um 8 Uhr Richtung Zuckerhütl (3507 m) aufgebrochen. Dazu ging es erst über einen wunderschönen und langen Grat auf den Wilden Pfaff (3458 m), und von dort aus über Schneefelder und ein weiteres Stück Grat aufs Zuckerhütl. Auch hier war der Abstieg für manche schwerer als der Aufstieg, also wurde Anne mit ihrer Höhenangst von Thomas betreut während Falk Ronny beim Abklettern geholfen hat. In der Konstellation kam jeder sicher unten an. Auch an diesem Abend wurde wieder fleißig Uno gespielt und der Abschied von der Hütte mit einem letzten Schnaps besiegelt.

Ostgrat des Wilden Pfaff:

26 Blockkletterei am Grat

32 Felsgrat begehen

Am Gipfel des höchsten Stubaiers, dem Zuckerhütl. Für alle der Höhepunkt des Kurses.

31 Ausstieg Zuckerhütlgipfel

Gipfelfoto 2018

Sonntag:

Der Tag der Abreise begann mit einem wirklich frühen Frühstück um 6 Uhr, sodass wir um 7 Uhr aufbrechen konnten. Zuerst ging es wieder hoch auf den Wilden Pfaff und dann rüber zur Dresdner Hütte. Dort haben alle die Gelegenheit genutzt und sind duschen gegangen. Auch ein deftiges Mittagessen musste nach der anstrengenden Woche auch mal sein. Nach einem letzten Scheidebier ging es gemütlich zur Mutterbergalm, wo die Autos schon auf uns gewartet haben. Raus aus der Kälte haben alle den Heimweg nach Dresden angetreten.

So ging eine wirklich außergewöhnliche und ereignisreiche Alpinwoche zu Ende. Ich will mich nochmal ganz herzlich bei unseren beiden Tourenleitern Falk Klingspor und Thomas Rinkes für den tollen Kurs bedanken. Wir hatten alle sehr viel Spaß und haben super viel dazu gelernt. Auf weitere Jahre mit erfolgreichen Bergtouren wünsche ich uns allen. Berg heil!

Eileen Hollinger

Nach Abschluss der Tour vor dem gemeinsamen Abstieg von der Dresdner Hütte ins Tal gab es natürlich das obligatorische gemeinsame Gruppenfoto.

Abschlussfoto 2018

Auch die beiden Trainer Thomas und Falk machen zufriedene Gesichter, ob den guten Bedingungen im Hochgebirge und der engagierten und disziplinierten Gruppe während der Ausbildungstage im Hochgebirge.

Thomas Rinkes, Falk Klingspor, Tourleiter des Kurses, Dresden, den 01.10.2018

 

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