
Kurz vor Weihnachten veröffentlichte das Sächsische Umweltministerium seine Entscheidung, alle Boofen im Nationalpark Sächsische Schweiz dauerhaft vom 01.02. bis 15.06. eines Jahres zu sperren. Das stellt einen starken Einschnitt in gelebte Klettertraditionen und das Naturerleben im Nationalpark dar. Deshalb haben die Bergsportverbände Widerspruch eingelegt.
Diese pauschalen Sperrungen können die aktuellen Probleme beim Boofen im Nationalpark nicht lösen. Das von der Projektgruppe Freiübernachten vorgeschlagene „Jahresticket auf Schulungsbasis“ bietet hingegen die Chance dafür.
„Die Begründung der Sperrungen mit dem Schutz bedrohter Vogelarten halten wir für vorgeschoben. Die Behörden betonen selbst, dass es nicht ausschließlich um die Brutzeit der Großvogelarten geht, sondern generell eine nächtliche Beruhigung anzustreben sei. Schulungen zielen auf das Verhalten der Leute ab, und zwar ganzjährig. Das ist relevanter als die bloße An- oder Abwesenheit“, erklärt René Jentzsch, Naturschutzreferent der Akademischen Sektion Dresden.
Christian Rucker, 1. Vorsitzender der Sektion Dresden des Deutschen Alpenvereins (DAV), ergänzt: „Wir erwarten aufgrund der Sperrungen Ausweicheffekte in sensiblere Bereiche des Nationalparks. Das wird offenbar bewusst in Kauf genommen. Damit ist die Entwicklung hin zum Totalverbot des Boofens im Nationalpark bereits absehbar.“
„Das Umweltministerium lehnt das „Jahresticket auf Schulungsbasis“ als angeblich nicht rechtssicher ab. Uns liegt jedoch ein Gutachten vor, das eine rechtssichere Umsetzung für möglich hält. Auch das möchten wir mit unserem Widerspruch überprüfen lassen“, betont Ludwig Trojok, 1. Vorsitzender des Landesverbandes.
„Bisher hatten wir bei Spannungen zwischen Naturschutz und Bergsport in der Sächsischen Schweiz immer gemeinsam Lösungen gefunden. Nun kündigt das Sächsische Umweltministerium erstmals in 36 Jahren diese Zusammenarbeit auf, indem es einen durchdachten Kompromissvorschlag vom Tisch fegt. Das ist ärgerlich und unverständlich“, resümiert Michael Scharnweber, Vorstand für Bergsteigen im Sächsischen Bergsteigerbund.
Zum Hintergrund verweisen wir auf unsere vorherige Pressemitteilung vom 27.11.2025.
Für weitere Informationen und Rückfragen zum Thema Boofen in der Sächsischen Schweiz stehen Ihnen Ludwig Trojok (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) und Michael Scharnweber (michaelDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) als Ansprechpartner zur Verfügung.
Diese Mitteilung könnt ihr in unserem Pressebereich herunterladen.
Mehr zum Thema:
Pressemitteilung vom 27.11.2026 zur Neuregelung des Boofens
Mitgliederinformation vom 12.01.2026 zur Neuregelung des Boofens ab 2026
Eure Arbeitsgruppe Boofen der Bergsportverbände

Tourismus & Freizeit — 11.12.2025
46.000 Bürger*innen unterzeichneten diesen Sommer die Resolution „Rettet die Berge – kein Rückschritt beim Alpenschutz!“ Am Internationalen Tag der Berge (11.12.2025) überreichen die beteiligten Verbände die Unterschriften an die Politik und fordern Nachbesserungen.
Hier weiterführende Informationen:
https://www.alpenverein.de/verband/natur-und-klima/umwelt-und-klimapolitik/kein-rueckschritt-beim-alpenschutz-uebergabe-am-tag-der-berge
https://www.cipra.org/de/news/uebergabe-der-petition-rettet-die-berge

Nachdem vor Jahren schon der Malerweg als Deutschlands schönster Mehretappenweg ausgezeichnet wurde, erhielt in diesem Jahr der Caspar-David-Friedrich-Weg die höchste Auszeichnung. Der 15 Kilomerter lange Rundwanderweg zwischen Krippen und Reinhardtsdorf-Schöna gewann die Publikumsabstimmung der Zeitschrift „Wandermagazin“ in der Kategorie Tagestouren. Ob der Hype um den berühmten Maler der Romantik die Abstimmung mitbestimmte sei dahingestellt, die veränderte Wegführung und die neuen Infotafeln am Wege sicherlich schon.
Wanderungen auf dem Caspar-David-Friedrich-Weg sind auch immer wieder in unserem Tourenprogramm zu finden. Hier einige Impressionen von der Wanderung, die Volker Schurig im September 2024 führte.
Der Erzgebirgs-Kammweg belegte übrigigens Platz 3 in der Kategororie Mehrtagestouren.
Egon Höller

Die Dresdner Hütte in den Stubaier Alpen erhielt zum 150-jährigen Jubiläum das DAV-Umweltgütesiegel. Die feierliche Übergabe erfolgte durch den Präsidenten des Deutschen Alpenvereins Roland Stierle und den Obmann der Siegelkommission, begleitet von Würdenträgern, der Familie Hofer (Hüttenpächter) und Mitgliedern der DAV-Familie. Das Umweltgütesiegel zeichnet nachhaltige, umweltverträgliche Betriebsführung aus und würdigt Maßnahmen wie Abfallreduktion, Wasserschutz, Energieeffizienz und -versorgung und die Förderung naturverträglicher Bergsteigernutzung. Es steht als Anerkennung für klare Umweltziele, transparente Berichterstattung und kontinuierliche Verbesserungsprozesse. Um das Siegel zu erhalten, müssen Hüttenbetreiber einen definierten Kriterienkatalog erfüllen, der Audits, Dokumentation und regelmäßige Re-Zertifizierungen (alle 5 Jahre) umfasst.
Informationen zu den Kriterien und eine Übersicht über die Hütten finden Sie hier: https://www.alpenverein.de/verband/huetten-und-wege/umweltguetesiegel
Dr. Kai-Uwe Ulrich
Beauftragter für Umwelt und Naturschutz in der Sektion
Hinweis: Ergänzend zu diesem Thema auch das Poster "Kühle Höhen - Heißes Thema: Klimaschutz auf der Dresdner Hütte" bei den Natur & Umwelt - Informationen
Im Rahmen der Sportgroßveranstaltung Finals 2025, die vom 31.07. – 02.08.2025 in Dresden stattfand, wurden auch die Deutschen Meister im Speed-Klettern ermittelt. Für seine Rekordzeit musste Leander Carmanns (DAV-Sektion Rheinland-Köln) die leicht überhängende 18 m hohe Speed-Kletterwand vor der Frauenkirche mit einer Geschwindigkeit von ca. 13 Stundenkilometer hinaufrennen. Hier Impressionen vom Finale der Männer. In dem Clip ist auch ein Ausschnitt aus dem Finale im Breakdance zu sehen.<
